„Minister Kickl will mit zentralen Großquartieren offensichtlich Integration von Asylwerbenden zerstören“

Presseaussendung von Integrations-Landesrat Rudi Anschober, vom 4. Jänner 2017

Nach dem heutigen Ö1-Interview mit Innenminister Kickl appelliert Oberösterreichs Integrationslandesrat Rudi Anschober an die für Integration nun zuständigen Mitglieder der Bundesregierung, rasch Gespräche mit den Bundesländern über die zukünftige Integrationspolitik aufzunehmen. In diesem Sinn hat LR Anschober Schreiben an die Regierungsmitglieder verfasst.

„Es kann nicht sein, dass aus rein ideologischen Gründen bereits bewährte, dezentrale Strukturen in kleinen Einheiten und private Hilfe zerstört werden und durch zentrale Großquartiere – „Grundversorgungszentren“ von Kickl genannt – ersetzt werden. Damit würde die Arbeit der Zivilgesellschaft und die Integrationsarbeit bei Asylwerbenden zerstört“, hofft Anschober auf vernünftige Gespräche.

„Das heutige Argument des Innenministers, man wolle damit die Asylverfahren beschleunigen, geht völlig ins Leere und ist eine reine Ausrede. Asylverfahren dauerten in den vergangenen Jahren nicht aus Verschulden der Asylwerbenden viel zu lange, sondern aufgrund der viel zu späten Personalaufstockung in den Asylbehörden. Auch Asylwerbende wollen, so wie die Zivilgesellschaft und alle an der Integration Beteiligten, schnellere Verfahren, Großquartiere werden dazu keinerlei Beitrag leisten“, stellt Anschober klar. „Es handelt sich also um reine Ideologie. Auch der Vergleich mit Kasernen ist unsinnig, denn bei Menschen in der Grundversorgung handelt es sich vielfach auch um Familien mit Kindern – mit heutigem Tag leben in Österreichs Grundversorgungsquartieren 20.249 Frauen und 2.843 unbegleitete Minderjährige (von insgesamt 61.000 Menschen in der Grundversorgung).“

 

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