300 Engagierte aus allen Landesbereichen bei der OÖ Integrationskonferenz

Presseaussendung von Integrations-Landesrat Rudi Anschober, vom 30. Mai 2018

„Wir gehen als breite Allianz für Integration unseren Weg der Integrationsoffensive konsequent weiter“

Heftige Kritik an der Gefährdung der Integration durch Bundesregierung

Die diesjährige, mittlerweile 11. Integrationskonferenz des Landes findet heute im Linzer Ursulinenhof statt. Hervorragend der Besuch: über 300 Engagierte aus allen Landesteilen und Bereichen nehmen teil. Anschober: „Das zeigt das enorme Engagement in Oberösterreich, auch drei Jahre nach Beginn der großen Fluchtbewegung erlahmt die Allianz für Integration in Oberösterreich nicht. Ganz im Gegenteil: mehr Engagierte denn je sind in OÖ aktiv, alleine aus der Zivilgesellschaft sind über 10.000 Menschen in 140 Vereinen tätig.“

Bei der Integrationskonferenz wurde einerseits die umfassende externe Evaluierung der Integrationsarbeit in OÖ präsentiert: sie hat ein positives Ergebnis erbracht, aber auch in wesentlichen Punkten eine Weiterentwicklung vorgeschlagen. Das Grundprinzip der regionalen Integration und der Integration ab dem ersten Tag sollte beibehalten und langfristig abgesichert werden. Auch die Migrantenvereine sollten auf noch nicht umfasste Gruppen (vor allem der neuen Fluchtbewegung) ausgeweitet werden.

Teil2 der Integrationskonferenz war die Präsentation des aktuellen Arbeitsstandes der Weiterentwicklung des Integrationsleitbildes.

Teil3: Präsentation der Integrationsmaßnahmen in der schwedischen Großstadt Södertälje, die in Europa den stärksten Anteil von Migrant/innen aus Syrien aufweist. Erfolgsgeheimnis: Integration ab dem ersten Tag.

Integrations-Landesrat Rudi Anschober übte im Einleitungsreferat massive Kritik an aktuellen Maßnahmen der Bundesregierung, die die Integrationspolitik gefährden. Es droht z.B. das Aus für Deutschkurse für Asylwerbende (obwohl die Asylverfahren noch immer viel zu lange dauern) – seit Jahresbeginn hat sich der Bund aus der Mitfinanzierung zurückgezogen, bis heute gibt es keine Zustimmung für eine Fortsetzung.

Oder: die Zahl und Zugangsmöglichkeit der Asylwerbenden zu Beschäftigung im Sommertourismus (Saisonarbeit) wurde vor wenigen Wochen massiv erschwert, obwohl in Oberösterreich für diese Saison über 1.500 Mitarbeiter/innen fehlen.

Oder: der Zugang von Asylwerbenden zum im vergangenen Jahr von der alten Bundesregierung -auf starkes Drängen u.a. Oberösterreichs hin- beschlossene verpflichtende Integrationsjahr wurde dramatisch beschränkt. Allein in Oberösterreich werden statt über 2.000 möglichen Teilnehmenden am Integrationsjahr nur mehr 34 (!) Menschen Zugang haben.

Anschober: „Wird die Integrationspolitik auf diese Weise gefährdet und beschädigt, dann schafft die Bundesregierung Probleme anstatt sie mit uns gemeinsam zu lösen.“

Anschober abschließend bei der Integrationskonferenz: „Auch wenn der Gegenwind stärker wird, werden wir in Oberösterreich in einer breiten Allianz unseren Weg der Integration konsequent weitergehen. Denn zur Integration bereits hier lebender Menschen gibt es keine positive Alternative. Ja wir werden diese Integrationsarbeit schrittweise von der aktuellen Fluchtbewegung konsequent auf Gruppen ausweiten, die schon länger hier leben und mit denen Integrationsarbeit nie konsequent verwirklicht wurde. Start ist die Gruppe der Tschetschen/innen – erste Projekte sind gestartet, ab September wird die Integrationsarbeit in allen Bereichen breit umgesetzt.“