2017 wird das Jahr der Integration – Start war zum Gutteil ermutigend

Presseaussendung von Integrations-Landesrat Anschober, vom 29.Dezember 2016

„Wir haben es in der Hand, aus der Flüchtlingsbewegung auch eine Chance für OÖ zu machen“ – erste Zwischenbilanz und Ausblick auf das kommende Jahr

Rund 20.000 Asylwerber/innen sind 2015 und 2016 in die Grundversorgung in Oberösterreich eingezogen, 13.200 befinden sich derzeit in der Grundversorgung.

LR Rudi Anschober: „Oberösterreich hat die erste Herausforderung der Quartierbeschaffung sehr gut gelöst, jetzt geht es um die Integration der geflüchteten Menschen. Erstmals gehen wir diese Integration mit einem klaren Konzept und einer eigenen Umsetzungsstrategie an. Unsere beiden Eckpfeiler: Integration ab dem ersten Tag im Quartier und dezentrale Integration in den Gemeinden. Der Start war 2016 gut, wir haben vielfach die Voraussetzungen geschaffen, damit erstmals in unserem Land für eine neue Bevölkerungsgruppe eine umfassende Integrationsoffensive gestartet wird.“

2016 haben wir die Struktur geschaffen – Netzwerk Integration arbeitet tagtäglich

In Oberösterreich helfen bei der Integrationsarbeit breite Bevölkerungsschichten zusammen – verbunden durch die vor einem Jahr gegründete Kommunikationsplattform „Zusammenhelfen in OÖ – gemeinsam für geflüchtete Menschen“ (siehe zusammenhelfen.ooe.gv.at):

  • 40 Teilnehmer/innen umfasst die Landessteuerungsgruppe, die alle zwei Wochen unter der Leitung des Integrations-Landesrates tagt und von der Exekutive bis zu den NGOs, von Vertreter/innen der Zivilgesellschaft bis zu Bezirkshauptleuten, von mehreren mitzuständigen Ressorts der Landesregierung (Bildung, Wirtschaft, Soziales) bis zu den beiden hauptverantwortlichen Fachabteilungen des Landes (Integrationsstelle und Grundversorgung) sowie Landesschulrat und AMS reicht.
  • unter Leitung der Bezirkshauptleute arbeiten Bezirkssteuerungsgruppen, in denen unter anderem die Regionalen Kompetenzzentren für Integration mitwirken.
  • in mittlerweile 200 Gemeinden arbeiten Gemeindesteuerungsgruppen, in denen die Vertreter/innen der über 10.000 freiwilligen Helfer/innen eingebunden sind.

Anschober: „Bei ihnen allen bedanke ich mit aktuell mit Videospots u.a. in Facebook und Twitter für ihre engagierte Arbeit.“ Die Videos sind auch zu sehen auf http://zusammen-helfen.at/danke-fuers-zusammenhelfen/

Bereits mehr als 5.000 Asylwerber/innen in Deutschkursen

Schon über 5.000 Personen haben institutionalisierte Deutschkurse besucht: in verschiedenen Niveaus, schon während ihres laufenden Verfahrens. Viele weitere versuchen in freiwilligen Lerngruppen ihre Deutschkenntnisse zu erwerben bzw. zusätzlich zu verbessern. Auch für diese hat das Land OÖ erstmals eine Unterstützung bereitgestellt, nämlich einen Topf für die Übernahme von Prüfungsgebühren bei zertifizierten Trägern. Weitere Kurse sind in Vorbereitung. Bisher hat es Kurse für Asylwerber/innen nicht gegeben.

Fokus bei den Deutschkursen bzw. Im täglichen Miteinander mit den freiwilligen wie hauptamtlichen Unterstützer/innen liegt auf der Vermittlung unserer Werte und Rechtstandards, zusätzlich müssen die Asylwerber/innen auch Wertekurse des ÖIF absolvieren.

Erste Asylwerber/innen in Beschäftigung

Aktuell dürfen Asylwerber/innen während ihres Verfahrens nur in wenigen Ausnahmefällen einer Beschäftigung nachgehen, etwa gemeinnützig, in Saisonarbeit, als Jugendliche in einer Lehre in Mangelberufen oder selbstständig. Nach unserer Abschätzung (auf Basis von Befragungen) sind bereits 1.500 Asylwerber/innen aktuell in gemeinnützigen Tätigkeiten beschäftigt (stundenweise Hilfstätigkeiten).

Derzeit befinden sich auch bereits die ersten 129 jugendlichen Asylwerber/innen in einem Lehrverhältnis in OÖ in Mangelberufen (von gesamt  307 in ganz Österreich).

Alleine im Jahr 2016 (Stichtag 15.12.2016) wurden für Asylwerber/innen insgesamt (alle Kontingente und Lehre) 429 Beschäftigungsbewilligungen erteilt (im Vergleich zum Vorjahr 2015 mit 188 Beschäftigungsbewilligungen). Auch ist beim AMS OÖ ein deutlicher Abgang in die Arbeit vor allem unter Asylberechtigten (und Subsidiär Schutzberechtigten) erkennbar – waren es 2014 noch 853 und 2015 noch 926 Asylberechtigte, die in den Arbeitsmarkt eingestiegen sind, waren es heuer bereits 1.313 (Stand Ende November).

Erstmals Qualifizierungscheck bei den Asylwerber/innen

Als erstes Bundesland hat Oberösterreich die mitgebrachten Kompetenzen der AW abgefragt – gezeigt hat sich, dass mehr Asylwerber/innen als erwartet eine gute oder sehr gut Qualifizierung mitgebracht haben, aber auch eine relativ große Zahl eine Alphabetisierung.

Schulische Integration funktioniert gut

Über 2.000 jugendliche Asylwerber/innen sind schulpflichtig – sie sind in Oberösterreichs Schulen gut integriert. Auch die Probleme mit den Jugendlichen, die zu Schulbeginn das 10. Schuljahr zunächst nicht beginnen durften, sind positiv geklärt.

Vorschau & Hauptschwerpunkte 2017: das Jahr der Integrationsoffensive

1.     Im kommenden Jahr werden in OÖ mit Hochdruck die Deutsch-Kurse für Asylwerber/innen in diversen Sprachniveaus fortgesetzt – mit dem Ziel einer flächendeckenden Umsetzung 2017 – jeweils mit Orientierungsschulungen.

2.     Umsetzung der Konsequenzen aus dem Qualifizierungscheck: Es braucht eine Beschleunigung der Nostrifizierung der Qualifizierten, damit sie rascher ihre mitgebrachten Qualifikationen einbringen können; zweitens einen Schwerpunkt Qualifizierung in Richtung Facharbeiter; drittens eine Alphabetisierung und Basisausbildung für die Nicht- bzw. Schlechtqualifizierten. Dabei wird es eine enge Zusammenarbeit mit Bildungsreferent und Wirtschaftsreferent geben.

3.     Durchsetzen der Beschlüsse der Landesregierung bei der Bundesregierung auf verbesserten Zugang zum Arbeitsmarkt ohne verschärfte Konkurrenz (Schwerpunkt Mangelberufe).

4.     Schaffung von Lösungsmöglichkeiten im derzeit schwierigsten Schwerpunkt Wohnen, zu dem derzeit die politischen Verhandlungen laufen.

5.     Gute Unterstützung der Gemeinden, in denen die Integration großteils umgesetzt werden muss.

6.     Durchsetzen eines wirksamen Integrationsgesetzes des Bundes, das einen klaren Integrationspfad ab dem ersten Tag im Asylquartier festlegt.

Integrations-Landesrat Anschober abschließend: „Jede Menge Arbeit am Beginn eines Marathons – denn die Integrationsoffensive wird ein Jahrzehnt benötigen. Alles was wir jetzt tun, hilft Chancen zu nützen und Probleme zu verringern, alles was wir jetzt versäumen, können wir später kaum mehr nachholen. Der Start 2016 war durch das enorme Engagement der Oberösterreicher/innen vielfach durchaus ermutigend. Falls diese unglaublich breite Unterstützung weiterhin anhält, können wir eine breite Integration schaffen. Oberösterreich ist vergleichsweise gut unterwegs.“

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Neue Initiative: Oberösterreich sagt DANKE. Über 10.000 Freiwillige unterstützen die Integration der Flüchtlinge in OÖ tagtäglich. Was sie leisten und wie sie unterstützt werden.

Presseaussendung von Integrations-Landesrat Anschober vom 20.Dezember 2016

Bisher haben wir die Herausforderungen, die die Fluchtbewegung aus Kriegsgebieten nach OÖ mitgebracht hat, sehr gut bewältigt. Hauptverantwortlich dafür ist eine breite Allianz des Zusammenhelfens NGOs, Bildungsinstitutionen, Kirchen, Gemeinden, Behörden und einer großartigen Zivilgesellschaft, die Integration aktiv mitgestalten. Einzigartig in ganz Europa haben 2015 und 2016 Hunderttausende auf irgendeine Art geholfen, weit über 10.000 Helfer/innen sind heute aktiv.

Integrations-Landesrat Rudi Anschober: „In den nächsten Tagen bis Jahresende möchte ich durch eine Kampagne diesen Helfer/innen meine besondere Wertschätzung ausdrücken und Danke sagen. Im Rahmen dieser Kampagne werden Helfer/innen durch insgesamt neun Videoclips auf Facebook und Twitter vor den Vorhang geholt, als gute Beispiele präsentiert und zur Nachahmung empfohlen. Ich sage DANKE und BITTE. Danke für das großartige Engagement und BITTE machen Sie weiter und machen auch Sie mit. Und das gelingt bisher sehr gut: Die Zahl der Engagierten ist beeindruckend.“

LR Anschober bietet der Zivilgesellschaft bei ihrem Engagement vielfältige Unterstützung und Stärkung an und bindet sie in alle Bereiche der Integrationsarbeit ein.

Anschober: „Ab heute heißt es 10 Tage lang Danke und Bitte – damit unser Netzwerk der Integration noch enger geknüpft werden kann.“

Kampagne „Videos Integration“ zeigt „große Herzen“ in OÖ: Danke

Nirgendwo in Europa gibt es so viele Menschen, die bei der Integration mithelfen. Viele Helfer/innen der ersten Stunde in Nickelsdorf, an den Bahnhöfen oder den Grenzübergängen in OÖ haben heute ihre freiwillige Tätigkeit rund um eines der gesamt 526 Quartiere in rund 85% der oö. Gemeinden gefunden. Es wurden Vereine und Initiativen gegründet, die heute den Tagesablauf der Flüchtlinge gemeinsam mit den Quartiergebern mitgestalten. Das Aufgabengebiet ändert sich, z.B. hin zu Deutschlernen, Interviews für den Bescheid, Patenschaften, Job- oder Wohnungssuche – die Helfer/innen aber bleiben eine starke Stütze für die Betroffenen, aber auch für Politik und Gesellschaft.

Zehn Videoclips, neun mit Freiwilligen und eines von LR Anschober sind ab heute auf zusammenhelfen.ooe.gv.at und auf den Facebook- und Twitter-Accounts von LR Anschober und ZusammenHelfen in OÖ in den nächsten Tagen nach und nach sichtbar.

Im folgenden Videoclip zeigt uns Helga, wie sie sich als Patin für einen jungen Afghanen sowie in ihrem Sprachcafé engagiert.
www.zusammenhelfen.ooe.gv.at

LR Rudi Anschober: „Die Videoclips geben einen Einblick in Motivation und Alltag der Helfer/innen. Ein herzliches Dankeschön für dieses vielfältige Engagement. Wir brauchen jede und jeden Einzelne/n weiterhin, sie sind die idealen Brücken zur sozialen Integration in den Gemeinden. Meine Bitte: Weitermachen! Vielleicht ein guter Vorsatz für 2017: Wenn Sie nach einer Unterstützung im sozialen Bereich denken, freuen sich v.a. junge Flüchtlinge über Pat/innen zum regelmäßigen Treffen und Austausch, etwa über die Projekte Projekte Amigo oder dUNDu.“

Zivilgesellschaft in OÖ in allen Bereichen der Integration aktiv

OÖ stützt sich bei der Integrationsarbeit auf ein klar strukturiertes Netzwerk Integration mit klaren Aufgaben und klarer Verantwortung, in allen Bereichen ist die Zivilgesellschaft integriert:

Abb.: Organigramm der Stakeholder in der Flüchtlingshilfe

Die Steuerungsgruppe des Landes steht im Mittelpunkt, wird zweiwöchentlich von LR Anschober geleitet und dient als Info-Drehscheibe, fixiert zentrale Maßnahmen und koordiniert die landes-weite Umsetzung von Integration. Sie setzt sich aus Vertreter/innen der Landes-Fachdienststellen (Grundversorgung, Integration, Wirtschaft, Bildung), dem Landesamtsdirektor, des Landeshauptmannes, des Wirtschaftslandesrates, des Bildungslandesrates,  des Bundesministeriums für Inneres,  des Bundesamtes für Fremdenwesen und Asyl, den Bezirkshauptmannschaften, der Landespolizeidirektion, des Büros der Stadträtin für Integrationsangelegenheiten, des Magistrats der Stadt Linz, des Landesschulrates, der in der Flüchtlingsbetreuung tätigen NGOs (Volkshilfe, Caritas, Diakoniewerk, Rotes Kreuz, SOS-Menschenrechte, Noah Sozialbetriebe, pro mente, Arbeiter-Samariter-Bund), den Regionalen Kompetenzzentren für Integration und Diversität (ReKis), der Plattform ZusammenHelfen in Oberösterreich – Gemeinsam für geflüchtete Menschen und des Arbeitsmarktservices zusammen.

In den Bezirks-Steuerungsgruppen arbeiten die BHs gemeinsam mit AMS, NGOs, ReKIs u.a. von der Quartiersuche bis zur Umsetzung der Integrationsarbeit in ihrem jeweiligen Bezirk (nicht operativ) zusammen.

Regionale Kompetenzzentren für Integration und Diversität sind Fachberater/innen für Integration vor Ort und unterstützen die Arbeit in jedem einzelnen Bezirk in OÖ. Sie stehen auch den Gemeinden beratend zur Seite und leisten wertvolle Vernetzungsarbeit.

Gemeinden als Ort der Integration: In 180 Gemeinden wurden bereits im Zuge der Schaffung der Quartiere auch Steuerungsgruppen eingerichtet, als Ansprechpartner für sämtliche Anliegen.

Über 10.000 Helfer/innen sind in OÖ für die Integration aktiv und stellen vielfach die Brückenbauer/innen in den Gemeinden dar. Als Anlaufstelle helfen ZusammenHelfen in OÖ und die Integrationsstelle OÖ. Die Helfer/innen sind für die Integration von entscheidender Bedeutung.

NGOs haben sowohl in der Grundversorgung als auch bei der Integration mit Kompetenz und Engagement wesentliche Bedeutung und sind ein besonders wichtiger Partner.

Allianz „ZusammenHelfen in OÖ – gemeinsam für geflüchtete Menschen“

Ende 2015 wurde von Integrations-Landesrat Anschober die Initiative „ZusammenHelfen in OÖ – gemeinsam für geflüchtete Menschen“ ins Leben gerufen. Damit wurde eine breite Allianz der Menschlichkeit gegründet, die sowohl Quartiersuche als auch Integration unterstützt und mitträgt. In ihr sind die NGOs und Hilfsorganisationen, die Kirchen, die Bildungseinrichtungen, die Sozialpartner, die Städte und Gemeinden und viele andere mehr zusammengeschlossen. Große Unterstützung kam stets von der Exekutive.

Für die Initiative „ZusammenHelfen in OÖ“ wurde auch eine zentrale Anlaufstelle für alle Interessierten und Engagierten etabliert, die für Freiwillige, Initiativen, Vereine, Gemeinden usw. als Wissens- und Kommunikations-Drehscheibe dient:

Die Website zusammenhelfen.ooe.gv.at bündelt sämtliche Informationen und Aktivitäten rund um das Thema „Gemeinsam für geflüchtete Menschen“ – fast täglich werden neue aktuelle Infos, häufige Fragen & Antworten, wichtige Links und Infomaterial für die Unterstützung von Freiwilligen und Flüchtlingen online gestellt.

Für sämtliche Fragen steht auch das Info-Telefon von „ZusammenHelfen in OÖ“ bereit unter 0732 / 770 993 oder die Mailadresse zusammenhelfen@ooe.gv.at

Initiativen-Befragung im Laufen

Die Befragung der Initiativen startete am 23. November 2016 mittels eines Online-Fragebogens von „ZusammenHelfen in OÖ“ und wird noch bis Jänner 2017 durchgeführt. Schon jetzt haben rund 60 Initiativen an der Online-Befragung teilgenommen. Ziel ist eine flächendeckende Erfassung aller Initiativen in Oberösterreich, die sich freiwillig in der Flüchtlingshilfe engagieren.

Der Inhalt der Befragung dreht sich direkt um die aktuelle Situation der Initiativen. Neben demographischen Angaben, werden auch Fragen bezüglich des Gründungsjahrs, der Anzahl der Freiwilligen, den Aktivitäten und Projekten, sowie Verbesserungsvorschlägen gestellt. Zusätzlich wird auch speziell nachgefragt, ob bestehende Angebote von den Regionalen Kompetenzzentren für Diversität und Integration, sowie der Integrationsstelle OÖ genutzt werden und ob die Plattform „ZusammenHelfen in OÖ – Gemeinsam für geflüchtete Menschen“ bereits bekannt ist.

Nach Einverständnis der Initiativen, werden alle Daten in Form einer interaktiven Landkarte dargestellt, um einen anschaulichen Überblick der Initiativen zu erhalten.

Unterstützung und Tools für die Freiwilligen der Flüchtlingshilfe

Ein Schulterschluss aller beteiligten Menschen, Organisationen, Behörden und Einrichtungen in der Integrationsarbeit ist unumgänglich. Folgende Anlaufstellen, Angebote und Initiativen sollen Vernetzung und Know-how-Weitergabe ermöglichen:

  • ZusammenHelfen in OÖ: zusammenhelfen.ooe.gv.at
  • Integrationsstelle OÖ: integrationsstelle-ooe.at
  • Regionale Kompetenzzentren für Integration und Diversität „ReKIs“: eingerichtet von Caritas und Volkshilfe je Bezirk

Auf Initiative der Ist OÖ wurden Expert/innenpools zu verschiedenen Themenbereichen eingerichtet, etwa Arbeitsmarkt, Freiwilligenarbeit, Rechtsinfo, Bildung, Sprachförderung oder Umgang mit Traumatisierung. Die Workshops werden – nach Anfrage – bezirksweise angeboten, können aber auf Anfrage auch konkret in einer Gemeinde stattfinden – und sind kostenlos.

Regelmäßige Fachkonferenzen wie die Integrationskonferenz, die Konferenz der Integrationsbeauftragten der Gemeinden, die HelferInnenkonferenz, die Quartiergeber-Konferenz etc. vernetzen alle Beteiligten, geben Ideen und vermitteln Inhalte.

Newsletter „Integration“ von LR Rudi Anschober mit monatlich neuen Infos zu Integration & Asyl in Oberösterreich – aktuelle Entwicklungen, Hintergrundinfos, neue Initiativen und Tipps zu Artikeln und Broschüren hilfreich für die tägliche Arbeit.
Anmeldung über www.anschober.at > Asyl & Integration

Sämtliche Broschüren zu relevanten Themen im Bereich der Flüchtlingshilfe stehen unter zusammenhelfen.ooe.gv.at zum kostenlosen Download zur Verfügung.

Für den konkreten Tätigkeitsbereich helfen der neue Wegweiser „Integration & Arbeit“ unter www.wegweiser-integration-arbeit.at von AMS OÖ und Land OÖ zu Anlaufstellen für Asylwerber/innen, Asylberechtigte und Migrant/innen für deren Weg in den Arbeitsmarkt weiter oder auch die erstmalige Übernahme von Deutsch-Prüfungsgebühren, um z.B. nach einem privaten Sprachkurs dennoch ein Zertifikat für das erreichte Sprachniveau zu erhalten.

Anlaufstellen bei Interesse zum Mithelfen

Bei Interesse an einer allgemeinen Mithilfe:

  • zusammenhelfen.ooe.gv.at
  • Anfrage bei Gemeinde oder Initiative in der Heimatgemeinde

Bei Interesse an Patenschaften mit Flüchtlingen:

  • Projekt „Amigo“ zur Begleitung von Flüchtlingen und Migrant/innen und „Amigo@work“ speziell zum Kennenlernen des Arbeitsmarktes von SOS Menschenrechte, http://www.sos.at/index.php?id=46

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Ergebnisse des 1. Qualifikationschecks bei Asylwerber/innen in OÖ – Was bringen die Asylwerber/innen wirklich mit und was ist nun zu tun?

Presseaussendung von Integrations-Landesrat Anschober vom 16.Dezember 2016

Seit August wurden über 5.200 Asylwerber/innen in der Grundversorgung des Landes OÖ über ihre Sprachkenntnisse, Ausbildung und berufliche Erfahrungen befragt. Dieser erste große Qualifikationscheck in OÖ zeigt: Viele Flüchtlinge sind besser ausgebildet als gedacht, dennoch besteht großer Handlungsbedarf.

Denn einerseits müssen wir versuchen, den gut Qualifizierten möglichst rasch auch eine Ausübung ihrer Ausbildungen durch rasche Nostrifizierungen zu ermöglichen – 25% haben Matura oder Uni-Abschluss. Und: 80% der Befragten sind alphabetisiert und besuchen auch Deutsch-Kurse in Oberösterreich, 20% wurden in ihrem Herkunftsland jedoch nicht alphabetisiert bzw. beherrschen die lateinische Schrift nicht. Hier ist also ein großer Handlungsbedarf, damit wir diese Gruppe fit machen für den oö. Arbeitsmarkt.

Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden – gemeinsam mit Bildungs- und Wirtschaftsressort des Landes OÖ – ein Handlungsprogramm erarbeitet, maßgeschneiderte Maßnahmen und Angebote gesetzt. Vielfach brauchen wir aber auch die Bundesregierung im Boot.

LR Rudi Anschober: „Qualifizierung sowohl in der deutschen Sprache als auch in einem Berufsfeld wird der Schlüssel der Integrationsarbeit, nur so können die Menschen, die bei uns Schutz gefunden haben, auch am Arbeitsmarkt Fuß fassen und für ihren Lebensunterhalt sorgen. Mein Ziel ist es, erstens, die sehr gut Qualifizierten rasch in Oberösterreich in Arbeit zu bringen, da braucht es z.B. rasche und vereinfachte Nostrifizierungsverfahren. Zweitens, die Basisqualifizierung rasch umzusetzen, um eine Perspektive zu ermöglichen und weitere Konkurrenz am Billiglohnsektor zu vermeiden.“

Übersicht: Menschen in der Grundversorgung Oberösterreich

Mit aktuellem Stand befinden sich 13.250 Personen in der Grundversorgung von Land (12.829) und Bund (421) in OÖ. Seit einigen Wochen erfüllt Oberösterreich damit die bundesweite Quote zu 100%. Von den Menschen in der Landes-Grundversorgung sind 5.348 aus Afghanistan, 2.236 aus Syrien, 1.579 aus dem Irak, 855 aus dem Iran und 451 aus der Russischen Föderation, um die wesentlichsten Herkunftsländer zu nennen. Die Aufteilung der Geschlechter: 35% Frauen, 65% Männer. Hinsichtlich der Altersstruktur teilen sich die Menschen in der oö. Grundversorgung auf in 922 Kleinkinder bis 3 Jahre, 2.787 Kinder von 3 bis 15 Jahre, 1.043 Jugendliche bis 18, 7.873 Erwachsene und 204 Senior/innen.

Flüchtlinge am oö. Arbeitsmarkt – aktuelle Daten

Derzeit befinden sich 149 Asylwerber/innen in einem Lehrverhältnis in OÖ (im Vergleich mit 16.11.2016 befanden sich österreichweit 261 Asylwerber/innen in einem Lehrverhältnis). Alleine im Jahr 2016 (Stichtag 15.12.2016) wurden für Asylwerber/innen insgesamt (alle Kontingente und Lehre) 429 Beschäftigungsbewilligungen erteilt (im Vergleich zum Vorjahr 2015 188 Beschäftigungsbewilligungen). Auch ist beim AMS Oö ein deutlicher Abgang in die Arbeit vor allem unter Asylberechtigten (und Subsidiär Schutzberechtigten) erkennbar – waren es 2014 noch 853 und 2015 noch 926 Asylberechtigte, die in den Arbeitsmarkt eingestiegen sind, waren es heuer bereits (Stand Ende November) 1.313. Unter den Aufenthaltsberechtigten plus den Asylberechtigten und den subsidiär Schutzberechtigten konnte gesamthaft alleine gegenüber 2015 (mit Stand Ende November 2016) um 447 Personen mehr in Arbeit abgehen (Gesamt-Abgang 2015 1.216 Personen und 2016 (akt. Stand) 1.663 Personen).

Qualifikationschecks des Landes OÖ: Erhebung und Fragebogen

Von Anfang August bis Ende November 2016 wurden 5.220 Asylwerber/innen in der oö. Landes-Grundversorgung zu ihren Qualifikationen und bisherigen beruflichen Erfahrungen befragt. Der Fragebogen wurde von den Abteilungen Soziales/ Grundversorgung und Statistik des Landes OÖ erstellt und in Zusammenarbeit mit den NGOs und privaten Quartierbetreibern online in den Quartieren bearbeitet. Die Auswertung erfolgte durch die Abt. Statistik. Alle Angaben erfolgten anonym. Kontrollfragen wurden eingebaut. Die Ergebnisse sind glaubwürdig, weil vergleichbar mit anderen punktuellen Befragungen in Österreich und Deutschland. Jetzt aber liegt erstmals ein flächendeckendes Ergebnis in dieser Größenordnung vor.

Die wesentlich enthaltenen Bereiche des Fragebogens, die in insgesamt 7 Fragenkomplexen behandelt wurden:

  • Alphabetisierung in der Sprache des Herkunftslandes, lesen und schreiben in lateinischer Schrift, Deutschkenntnisse
  • Schulausbildung bzw. Nachweise und Dokumente
  • Berufsausbildung und Nachweise darüber, sowie
  • Erwerbstätigkeit

Qualifikationschecks des Landes OÖ: Ergebnisse

Die Analyse zur Qualifikation der Asylwerber/innen wurde in anonymisierter Form durchgeführt und bezieht Alter, Geschlecht, Herkunftsland und den Verfahrensstand mit ein.

Die Kernaussagen zu den statistischen Angaben:

  • Gut zwei Drittel der Befragten sind Männer.
  • Die größte Altersgruppe mit 2.255 Personen sind jene zwischen 26 und 40 Jahren (43 Prozent). Unter 15 Jahre sind 342 Kinder und Jugendliche (7 Prozent), zwischen 15 und 25 Jahre alt sind 1.876 Personen (36 Prozent), zw. 41 und 60 Jahre sind 663 Personen (13 Prozent), 84 Personen sind älter als 60 Jahre (2 Prozent).
  • Die meisten befragten Menschen kommen aus Afghanistan (2.182 Personen), Syrien (880 Personen), Irak (717 Personen) und Iran (425 Personen).
  • Mehr als die Hälfte (58 Prozent) sind im Familienverband nach Österreich gekommen.
  • Rund 94 Prozent der Menschen befinden sich in einem laufenden Asylverfahren.

Kernaussagen zu Alphabetisierung und Deutschkenntnissen:

  • 80% der Befragten geben an, alphabetisiert zu sein (in der Sprache des Herkunftslandes sowie Lesen/ Schreiben in lateinischer Schrift)
  • 20% der Befragten wurden in ihrem Heimatland nicht alphabetisiert, rund 62% von diesen stammen aus Afghanistan
  • über 80% der Befragten nutzen ein Deutschkursangebot in Oberösterreich (institutionell und/ oder ehrenamtlich)
  • Die folgende Grafik zeigt die unterschiedlichen Sprachniveaus (c) Land OÖ:

Kernaussagen zu Schulbildung und Abschlüssen:

  • 30% der Befragten geben auf die Frage nach der höchsten abgeschlossenen Ausbildung an, keine Schulbildung gehabt bzw. keinen Abschluss gemacht zu haben
  • 27% haben die Pflichtschule abgeschlossen
  • 14% haben Matura, knapp 11% eine universitäre Ausbildung

Kernaussagen zu Berufsausbildung und Erwerbstätigkeit:

Die Vielfalt an Berufen und Ausbildungen unter den befragten Asylwerber/innen aus der Grundversorgung des Landes OÖ ist groß. Die häufigsten Nennungen: Baugewerbe, KFZ und Maschinenbau, Textil und Mode, Soziales, Handel, Büro- und Kanzlei-Tätigkeiten.

Weitere Schritte: Was ist nach diesen Ergebnissen nun politisch zu tun?

Aufbauend auf den Ergebnissen des oö. Qualifikationschecks wird nun – gemeinsam mit dem oö. Bildungs- und Wirtschaftsressort – ein Handlungsprogramm erarbeitet, das maßgeschneiderte Maßnahmen und Angebote setzen wird. Vielfach brauchen wir aber auch die Bundesregierung im Boot.

Die Ziele zu Qualifizierung und Arbeitsmarktintegration von LR Anschober, nämlich einerseits sehr gut Qualifizierte rasch in Arbeit zu bringen, und andererseits die Basisqualifizierung rasch umzusetzen, um Perspektive und damit weitere Konkurrenz am Billiglohnsektor zu vermeiden, werden in der oö. Landesregierung von einer Mehrheit mitgetragen.

So konnte – über die Zuständigkeiten der oö. Landesregierung hinaus – eine Resolution an die Bundesregierung im September verabschiedet werden, die gleich mehrere Punkte zur Bildungs- und Arbeitsmarktintegration vorsieht, etwa rasche und vereinfachte Anerkennungsverfahren von Abschlüssen, eine Öffnung des Arbeitsmarktes für Asylwerber/innen ab dem 6. Aufenthaltsmonat in Mangelberufen, die Legalisierung von Schnuppertagen und Praktika für Asylwerber/innen, aber etwa auch einen gleichberechtigten Zugang zu gestützten Öffi-Tickets um die Qualifizierung leistbar zu halten, etwa Lehrlings-Freifahrt.

Übersicht über schon bestehende Angebote in OÖ

Deutsch-Kurse ab Tag 1 in der oö. Grundversorgung

Bei den Angeboten für Deutsch und Alphabetisierung ist Oberösterreich schon sehr gut aufgestellt: Seit diesem Jahr können Kurse schon für Asylwerber/innen ab Tag 1 in der Grundversorgung – nicht wie früher erst ab positivem Asylbescheid – gefördert werden. Damit verstreicht diese wertvolle Zeit nicht nutzlos und Vorbereitungen auf den Einstieg ins Berufsleben setzen gleich zu Beginn ein.

Seit Frühling 2016 konnten so institutionelle Deutschkurse für 3.600 Teilnehmer/innen – neben dem sensationellen Engagement tausender ehrenamtlicher Helfer/innen – finanziert werden. Seit September gibt es ein neues Förderpaket in der Höhe von 4,5 Millionen Euro (finanziert gemeinsam mit dem BMI) mit dem Ziel des flächendeckenden Angebots an Deutschkursen in Asylquartieren in ganz OÖ. Erstmals werden dabei die Fahrtkosten mitfinanziert und auch die Prüfungsgebühren.

Schulbildung und Zukunftschance für alle Kinder

Auch ist es im September bzw. in einer zweiten Etappe Mitte November gelungen, allen schulpflichtigen Kindern und Jugendlichen bzw. jenen, die ein freiwilliges 10. Schuljahr aus Sprachgründen zur Vorbereitung auf Lehre oder weiterführende Schule absolvieren wollten, den Eintritt in die oö. Schulen zu ermöglichen.

LR Anschober: „Ein herzliches Dankeschön an die täglichen Bemühungen so vieler Pädagoginnen und Pädagogen, die großartige Arbeit mit verstärkt interkulturellen Klassen leisten und allen Kindern und Jugendlichen nach schwierigen Erfahrungen und Erlebnissen nun wieder Hoffnung und eine Zukunft geben.“

Qualifizierungsprogramme in OÖ

Um Asylberechtigte in OÖ auf die konkrete Situation am ö. Arbeitsmarkt vorzubereiten, individuelle Qualifikationen und Interessen herauszufiltern, (Aus-/Um-/Weiter-)Qualifizierung einzuleiten und schließlich den Job-Eintritt zu schaffen, gibt es mehrere Anlaufstellen und Unterstützungsprogramme in OÖ:

  • CheckIn@Work und IdA – Integration durch Arbeit:Bei den beiden Projekten CheckIn@work (Organisation migare) und IdA – Integration durch Arbeit (Organisation Volkshilfe) handelt es sich um eine qualitativ hochwertige, intensive, mehrsprachige und muttersprachliche Betreuung und Beratung für Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte mit uneingeschränktem Arbeitsmarkt-zugang. Projektziele sind eine verbesserte Arbeitsmarktinklusion der Zielgruppen durch Beratung, Begleitung und Vermittlung zu Schulungen, Kursen, Qualifizierungsaktivitäten sowie zu Beschäftigung.
  • Projekt HomeRun der Volkshilfe:Seit 2011 coacht HomeRun junge Menschen in ganz OÖ auf ihrem Weg zum Lehrabschluss. Dieses Projekt wird durch das Sozialministeriumservice Landesstelle OÖ gefördert. Die Betreuung, Begleitung und Unterstützung während der gesamten Lehrzeit übernehmen die Mitarbeiter/innen von HomeRun.

Wegweiser Integration und Arbeit: Enorme Nachfrage

Der Wegweiser ist ein gemeinsames Projekt des oö. Integrationsressorts und des AMS OÖ, online unter www.wegweiser-integration-arbeit.at/ und soll den Zugang von Flüchtlingen und Migrant/innen zu Arbeitsmarkt und Qualifizierung unterstützen. Erstmals in Österreich werden auf dieser Website explizite Anlaufstellen für Asylwerber/innen, Asylberechtigte und Migrant/innen für deren Weg in den Arbeitsmarkt gesammelt und via Landkarte regional angezeigt – in zehn Sprachen. Die Angebote: Deutschlernen & Orientierung, Beratung, Aus- und Weiterbildung sowie Anlaufstellen für rechtliche Informationen.

Asylwerber/innen als Lehrlinge

Eine frühzeitige Qualifizierung und Ausbildung für Jugendliche gibt es durch die Möglichkeit der Lehre in Mangelberufe für junge Asylwerber/innen. Oberösterreich ist dabei bei der Umsetzung bereits die klare Nummer 1 der Bundesländer: derzeit gibt es schon 149 Lehrlinge aus dem Bereich der jungen Asylwerber/innen.

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Integrations-ReferentInnen der Länder fordern Integrationsgesetz mit klaren Zuständigkeiten, Verantwortungen, Integrationspfad und Integrationscoaches

Presseaussendung von Integrations-Landesrat Anschober, vom 23.November 2016

Bei der heutigen Konferenz in Klagenfurt haben sich die Integrationsreferent/innen der Länder darauf geeinigt, dass von der Bundesregierung ein wirksames Integrationsgesetz eingefordert wird, in dem klare Zuständigkeiten und Verantwortungen festgeschrieben werden und dabei ein klares Integrationsgesetz festgelegt wird, in dessen Zentrum ein einheitlicher Integrationspfad steht, der ganz im Sinne der Neupositionierung Oberösterreichs bereits ab Tag 1 in der Grundversorgung für Asylwerbende beginnt:

Maßnahmen entlang des Integrationspfades:

  1. Es werden Deutschintegrationskurse (bei Bedarf Alphabetisierung sowie Deutsch bis inkl. Niveau B1) angeboten, die je nach Bedarf 600 bis 900 Stunden umfassen. Orientierungs- und Systemwissen sowie Wertorientierung, Menschenrechtsbildung und politische Bildung sind in diesen Kursen integriert.
    Daneben gibt es auch bedarfsorientiert eigene Werte- und Orientierungskurse des ÖIF.
  1. Des Weiteren erfolgt eine Erhebung der Qualifikationen und Kompetenzen (Kompetenzcheck) und die Entwicklung eines persönlichen Perspektivenplans.
  1. „Integrationscoaches“ stehen Asylwerbenden -und bei Bedarf am Anfang auch Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten- zur Verfügung. Mit diesen werden  individuell und prozessorientiert Integrationsschritte besprochen, vereinbart und schriftlich festgehalten.
    Asylberechtigte und subsidiär Schutzberechtigte unterfertigen, wo im Bundesland vorgesehen, eine Integrationsvereinbarung. Passende Kurs- und Bildungsmaßnahmen werden vermittelt. Bestehende Betreuungsmodelle (GVS) sollen eingebunden und sinnvoll ergänzt werden.
  1. Erreichte Bildungsschritte entlang des Integrationspfades (z.B. Deutschkursniveaus) sowie die erfassten Ausbildungen/ Qualifikationen aus dem Herkunftsland werden in eine bundesweit einheitliche Datenbank eingetragen, die von den Ländern in enger Schnittstellenabstimmung mit Bundesorganisationen (BM.I, AMS, etc.) sowie kommunalen und regionalen Akteuren entwickelt und befüllt wird. Aktualisierte Ausdrucke können regelmäßig erstellt und bei Bedarf von der Zielgruppe bei verschiedenen Stellen vorgelegt werden („Integrationspass“).
    Die für die Arbeitsmarktintegration relevanten Daten (Sprachniveau, Qualifikationen, Berufsperspektive, etc.) sollen bei Gewährung von Asyl bzw. subsidiärem Schutz dem AMS via Schnittstelle übermittelt werden. Dadurch wird der Systembruch zwischen Asylverfahren und Asylberechtigung bereinigt.
  1. Möglichkeiten zu Volontariaten, Praktika und gemeinnütziger Beschäftigung für Asylwerbende auch bei NGOs werden ausgebaut und weiterentwickelt.  Die gemeinnützige Beschäftigung soll keine negativen Verdrängungseffekte auf den Arbeitsmarkt bewirken. (siehe auch Beschluss der Landesflüchtlingsreferent/innen-Konferenz vom 28.9.2016 in Graz)
  1. Jugendliche Asylwerbende können derzeit nur in Mangelberufen eine Lehre absolvieren. Diese Möglichkeit ist auf alle Lehrberufe auszudehnen.
    Weitere Qualifizierungsmaßnahmen für die Erfordernisse des österreichischen Arbeitsmarktes sind zu entwickeln und in ausreichendem Maß zur Verfügung zu stellen. Jugendliche Asylwerbende sollen in die Ausbildungspflicht bis 18 Jahre gemäß Ausbildungspflichtgesetz einbezogen werden.

Anschober abschließend: „Zusätzlich wurden die Beschlüsse der oö. Landesregierung im Bereich der Arbeitsmarktintegration auf meinen Antrag hin nach den Flüchtlingsreferent/innen auch von den Integrationsreferent/innen mitgetragen. Die bisherige Öffnung der Lehrlingsausbildung im Bereich von Mangelberufen funktioniert in Oberösterreich in ersten Schritten relativ gut, mit derzeit  140 Lehrverträgen für junge Asylwerbende sind fast die Hälfte der bundesweit verankerten Lehrverträge in Oberösterreich geschaffen worden. Danke dafür den Unternehmen, den NGOs, dem AMS, der Wirtschaftskammer, denn damit werden für Jugendliche Perspektiven geschaffen. Und daher ist es gut, dass in Zukunft die Möglichkeit einer Lehre für jugendliche Asylwerbende auf alle Lehrberufe ausgedehnt werden soll. Gute Deutschkenntnisse sind dafür eine Grundvoraussetzung.“

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AMS-Broschüre für Flüchtlinge über Leben und Arbeiten in Österreich

Das Arbeitsmarktservice (AMS) hat auf Deutsch, Englisch, Französisch, Arabisch und Farsi eine Online-Broschüre über Leben und Arbeiten in Österreich aufgelegt. Sie enthält praktische Hinweise von der Wohnungs- und Lehrplatzsuche bis zu Deutschkursen, aber auch grundsätzliche Hinweise wie dass persönliche Überzeugungen und Haltungen nicht über österreichischen Gesetzen stehen, teilte das AMS mit.

Die Broschüre ist kostenlos unter http://www.ams.at/service-arbeitsuchende/auslaenderinnen/asylberechtigte abrufbar.

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Neues Medienpaket „Aufeinander Zugehen“ ist fertig!

Zur Unterstützung aller Menschen die sich für Flüchtlinge engagieren, hat Welthaus Linz ein Paket mit Literatur, Tipps und Broschüren zusammengestellt.

Darin finden sich Ideen zur Gestaltung des Zusammenlebens und Literatur die Fragen zu vielerlei Themen beantworten kann:
Hintergrund zu Konflikten in Nahost und Nordafrika, sowie Berichte von Menschen auf der Flucht, ihren Helfern und ihrem Leben in einer neuen Heimat. Erzählungen und Romane von
Geflüchteten, sowie von Menschen die Heimat neu finden müssen.
Gesellschaftspolitische Diskurse die das Zusammenleben, Ethos und Interkultur thematisieren.
HardFacts und Analysen zu Einwanderung und Asyl in Österreich, Etablierungsprozessen von ZuwanderInnen und kommunalem Gestalten des Zusammenlebens.

Methodisch, didaktisches Material für den Unterricht und die Jugendarbeit, Literatur für
Kinder, Ideen für Deutschkurse, Anregungen für die Liturgie, Bücherlisten und Filmtipps.
Zur Verfügung stellt das Welthaus Linz dieses Paket vor allem Steuerungsgruppen und
Arbeitskreisen in Gemeinden, regionalen Vernetzungstreffen, Aktiven in der Erwachsenenbildung und Teamsitzungen Hauptamtlicher.
Eine aktuelle Inhaltsliste des Pakets ist auf epolmedia.at zu finden.

Entlehnung:
online: www.epolmedia.at
Derzeit beschränken wir die Entlehnung des Pakets auf 10 Tage.
Die Medien können nicht einzeln entlehnt werden.
Kosten: 0,80€/Tag
Nur Abholung, kein Versand

Dieses Paket ist in Kooperation mit dem Katholischen Bildungswerk und Rudi Anschober,
Landesrat für Integration,Umwelt,Klima-­und KonsumentInnenschutz, entstanden.

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Gemeinsam schaffen wir das! Das ungeliebte, aber vielleicht aktuell wichtigste Ressort der Landesregierung: erste Zwischenbilanz des neuen Integrationsressorts nach einem Jahr Arbeit

Presseaussendung von Integrations-Landesrat Anschober, vom 19. Oktober 2016

In den Tagen vor der Angelobung der neuen oö. Landesregierung am 23.Oktober 2015 wurde die Zuständigkeit für die brandaktuellen Themen Asyl & Integration heftig hin- und hergeschoben, und landete schließlich im Umweltressort von LR Anschober. Ein Jahr danach ist von Krise keine Spur, im Gegenteil sind wichtige Teilerfolge gelungen: die Quartiersuche ist vollständig gelungen und ein breites Netzwerk an Engagierten arbeitet erfolgreich an der größten Herausforderung, der Integration der neuen Mitbewohner/innen. Trotz Versäumnissen der Bundesregierung und mit der Kürzung der Mindestsicherung einer kontraproduktiven Gegenmaßnahme ist Oberösterreich bei Integration gut auf Kurs – und mittlerweile eine Modellregion. Nun ist auch die Struktur der Umsetzung der Integrationsmaßnahmen fixiert. Tausende arbeiten mit! Und auch die Pläne für 2017 stehen fest.

Quartiersuche ist gelungen – Bedarf kann aber jederzeit wieder steigen

Noch vor einem Jahr lief die Suche nach Grundversorgungsplätzen für Schutzsuchende auf Hochtouren, 220 der 442 Gemeinden in OÖ hatten bei der ersten Anfrage des neuen Integrations-Landesrates Rudi Anschober noch kein Quartier zur Verfügung gestellt. Als erste Maßnahme im neuen Ressort hat LR Anschober im vergangenen November und Dezember daher die Gemeinden motiviert, sich zu engagieren und Quartiere mit möglichst breiter, regionaler Verteilung zu schaffen. Heute erfüllt Oberösterreich die bundesweit festgesetzte Quote zu knapp 99 Prozent, in über 80% der Gemeinden wurden mittlerweile Quartiere eingerichtet – möglichst klein und möglichst dezentral verteilt. So beherbergen derzeit rund 530 Grundversorgungsquartiere von Land und Bund in OÖ 13.470 Menschen. Weitere gut 800 Plätze stehen aktuell frei und dienen somit als Reserve.

Aktuell erhalten pro Monat mehr als 300 Asylwerber/innen in OÖ einen Positivbescheid. Erstmals sind es seit Sommer mehr Bescheide, die vom Bundesamt für Fremdenwesen und Asyl ausgestellt werden, als Anträge von neu ankommenden Schutzsuchenden in Österreich gestellt werden.

Jetzt geht es um die noch deutlich größere Herausforderung, die Integration der neuen Mitbewohner/innen.

Die Basis: Breite Allianz der Menschlichkeit in der oö. Gesellschaft gegründet

Gleichzeitig wurde eine breite Allianz der Menschlichkeit gegründet, die sowohl Quartiersuche als auch Integration unterstützt und mitträgt. In ihr sind die NGOs und Hilfsorganisationen, die Kirchen, die Bildungseinrichtungen, die Sozialpartner, die Städte und Gemeinden und viele andere mehr zusammengeschlossen. Große Unterstützung kam stets von der Exekutive.

In diesem Netzwerk „ZusammenHelfen in OÖ“ wird auch das zentrale Informationstool zusammenhelfen.ooe.gv.at angeboten, mit dem die tausenden Unterstützer/innen laufend aktuell informiert werden.

Ab morgen folgt im Integrationsbereich noch ein eigener „Newsletter Integration“, der Detailinformationen an alle Interessenten bringt.

Anschober: „Diese große Breite macht unsere Arbeit – trotz mancher Widerstände – so erfolgreich. Durch Koordination, Kooperation und wöchentliche Abstimmungen werden aktuelle Herausforderungen sofort angegangen, Themen gesetzt, Lösungen gemeinsam gesucht. Gemeinsam mit den über 10.000 Helfer/innen in OÖ ist hier ein tolles Netzwerk entstanden, das die Herausforderung Integration konstruktiv angeht und Solidarität und Menschenrechte hochhält.“

Masterplan Integration – Neue Strategie bei der Integration durchgesetzt: Dezentral & Ab Tag 1

Mit zwei neuen Zielen hat LR Anschober die Integrationspolitik verändert:

  1. Ziel der Landesintegrationspolitik ist die dezentrale Integration vor Ort in ganz OÖ statt wie bei bisherigen Fluchtbewegungen die Zentralisierung in den Großstädten. Dabei baut die Landesintegrationspolitik auf die dezentrale Struktur der 530 Quartiere in über 80 Prozent der Gemeinden auf.
  2. Ziel der Landesintegrationspolitik ist die Integration ab dem ersten Tag der Anwesenheit der Asylwerber/innen im Quartier, anstatt wie bisher auf den Asylbescheid zuzuwarten und damit 1-2 Jahre nutzlos verstreichen zu lassen.

Der Masterplan Integration des Integrationsressorts ist weitgehend fertiggestellt und fixiert die konkreten Integrationsmaßnahmen in sechs Schwerpunktbereichen: Orientierung, Deutschlernen, Bildung & Qualifizierung, Arbeit, Wohnen und die Gemeinde als Ort der Integration. Als letzten Schritt der Erarbeitung wird im November noch ein Bürger/innenrat durchgeführt,  vielfach werden die Maßnahmen allerdings bereits jetzt laufend umgesetzt.

  • So etwa im Bereich der Orientierung die Information der Asylwerber/innen über Grundlagen des Zusammenlebens in Oberösterreich u.a. durch Einzugsbroschüre, Infoschwerpunkt bei den Deutschkursen, Auszugsbroschüre. Ein wichtiger Schritt war auch die erste oö. Begegnungswoche Ende September/Anfang Oktober mit über 10.000 Teilnehmer/innen.
  • Beim Deutschlernen gab es erstmals einen zentralen Förderschwerpunkt des Integrationsressorts für Asylwerber/innen im Frühjahr mit 3.400 Teilnehmer/innen sowie die Unterstützung der Deutschkurse durch freiwillige Helfer/innen im Hinblick auf die Übernahme der Prüfungsgebühren. Dieser Tage beginnt die flächen-deckende Deutschausbildung für Asylwerber/innen in ganz OÖ.
  • Bei der Arbeitsmarktintegration macht die Ausbildung von Lehrlingen aus dem Bereich der Asylwerber/innen gute Fortschritte (bereits 121), auch die gemeinnützigen Beschäftigungen werden gut angenommen, müssen jedoch massiv ausgebaut werden. Dies ist Teil eines 10-Punkte-Programms, das vom Integrationsressort im September in der Landesregierung durchgesetzt wurde und weitgehend auch von der gesamten Flüchtlingsreferent/innenenkonferenz und damit allen Bundesländern im Oktober beschlossen wurde. Nun liegt der Ball bei der Bundesregierung – die Umsetzung ist dringend notwendig!
  • Ausbildung & Qualifizierung: Maßnahmen im ganzen Land, aufbauend auf den aktuellen Kompetenzchecks sollen diese nun zu einem präzisen Angebot in ganz OÖ ausgeweitet werden.
  • Wohnen: Hier laufen aktuell Verhandlungen und sollen bis Jahresende zu Ergebnissen führen.
  • Gemeinde als Ort der Integration: in den nächsten Wochen folgen Bürgermeister/innenkonferenzen in allen Bezirken sowie eine Konferenz der Integrationsbeauftragten der Gemeinden.

Fachrunden zur inhaltlichen Festlegung

Die Strategie des Integrationsressorts lautet: viele Fachexpert/innen einbinden, akkordiertes Vorgehen im ganzen Land. Daher arbeiten mehrere Fachrunden an der inhaltlichen Abstimmung und Festlegung: von den Themen Deradikalisierung bis Schutz von Frauen, von Orientierungsinitiativen bis zur Arbeitsmarktintegration, von Nostrifizierung bis Bildungs- und Qualifizierungsmaßnahmen.

Neue Struktur der Integrationsarbeit – breites Netzwerk der Integration

  • Die Steuerungsgruppe des Landes steht im Mittelpunkt, wird zweiwöchentlich von LR Anschober geleitet und dient als Info-Drehscheibe, fixiert zentrale Maßnahmen und koordiniert die landes-weite Umsetzung von Integration. Setzt sich aus Vertreter/innen der Landes-Fachdienststellen, der BHs, NGOs, ReKIs, ZusammenHelfen, AMS, weiterer Ressorts, der Stadt Linz und Exekutive zusammen.
  • Regionale Koordinierung durch Bezirkshauptmannschaften. In eigenen Bezirks-Steuerungsgruppen sind viele BHs gemeinsam mit AMS, NGOs, ReKIs u.a. schon aktiv, haben v.a. bei der Quartiersuche erfolgreiche Arbeit geleistet. Nun erhalten sie eine Koordinierungsfunktion bei der Umsetzung der Integrationsarbeit in ihrem jeweiligen Bezirk (nicht operativ), generell werden Steuerungsgruppen gebildet.
  • Regionale Kompetenzzentren für Integration und Diversität sind Fachberater/innen für Integration vor Ort und unterstützen die Arbeit in jedem einzelnen Bezirk – flächendeckend in ganz OÖ.
  • Gemeinden als Ort der Integration: In vielen Gemeinden wurden bereits im Zuge der Schaffung der Quartiere auch Steuerungsgruppen eingerichtet, als Ansprechpartner für sämtliche Anliegen. Unterstützung kommt auch von Bürgermeister/innen-Konferenzen und ReKIs.
  • Über 10.000 Helfer/innen sind in OÖ mittlerweile für die Integration aktiv und stellen vielfach die Brückenbauer/innen in den Gemeinden dar. Als Anlaufstelle helfen ZusammenHelfen in OÖ und die Integrationsstelle OÖ. Die Helfer/innen sind für die Integration von entscheidender Bedeutung.
  • NGOs haben sowohl in der Grundversorgung als auch bei der Integration mit Kompetenz und Engagement wesentliche Bedeutung und sind ein besonders wichtiger Partner des Integrationsressorts.

Gegenwind durch Kahlschlag bei der Mindestsicherung in OÖ

Der in OÖ, gegen das zuständige Integrationsressort, durchgesetzte Kahlschlag bei der Mindestsicherung ist ein schwerer Rückschlag für die neue Integrationsstrategie, die auch auf dezentrale Verteilung und Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen setzt. Durch die Kürzung der Mindestsicherung auf 520 Euro in OÖ werden Asylberechtigte in Billigstjobs gedrängt, Qualifizierung ist vielfach nicht mehr finanzierbar, der Druck auf Städte durch einen Umzug in Massenquartiere wird zunehmen.

Handlungsbedarf: Statt „too little & too late – Bundesregierung muss endlich Integrations-Turbo zünden!

LR Anschober: „Trotz Ankündigung seit Monaten und trotz Einigkeit, dass wir die Integration bereits ab dem ersten Tag nach Ankunft im GVS-Quartier starten müssen, vergeht Monat für Monat und außer den wichtigen Deutschkursen und einigen positiven bildungspolitischen Akzenten kommen keine Impulse der Bundesregierung. Wird jetzt weiterhin bundespolitisch versagt, dann wird uns das in einigen Jahren teuer zu stehen kommen. Denn wir entscheiden jetzt, ob die Herausforderung zu einer genützten Chance wird oder ob Probleme entstehen. Das Mindeste wäre es daher, kurzfristig als ersten Schritt bestehende Integrations-Hindernisse konsequent zu entfernen.“

Die wichtigsten Punkte zur Entfernung von Integrations-Behinderungen:

  • Ende der erzwungenen monatelangen Untätigkeit von Asylwerber/innen durch Umsetzung der Beschlüsse der Landesflüchtlingsreferent/innen zum massiven Ausbau der Gemeinnützigen Tätigkeiten
  • gesteuerte und kontrollierte Öffnung des Arbeitsmarktes in Mangelberufen für Asylwerber/innen ab dem 6.Monat Anwesenheit
  • Ermöglichung, dass das AMS auch im Bereich der Asylwerber/innen tätig wird
  • Ermöglichung des Zugangs zu leistbarer Mobilität wie z.B. zu Lehrlingsticket & Jugendticket, damit Asylwerber/innen die Orte der Ausbildung auch erreichen können
  • Ermöglichung des Zugangs von Asylwerber/innen zu Arbeitstrainings, Praktika und Schnuppertagen
  • Beschleunigung von Nostrifizierungsverfahren v.a. von hochqualifizierten Arbeitskräften

2017 wird ein Entscheidungsjahr für die Integration – Integration bleibt aber zentraler Schwerpunkt für ein Jahrzehnt

2016 wurden und werden viele Grundlagen für die Integrationsarbeit gelegt und vieles umgesetzt. 2017 soll die Integrationsarbeit schrittweise erweitert werden: durch die Detailumsetzung des Masterplans in allen Bereichen, durch die neue Struktur als landesweite große Initiative und durch die Erweiterung auf Menschen, die bei früheren Fluchtbewegungen nach Oberösterreich gekommen sind. Auch hier stehen wir vor großen Herausforderungen, um Integrationsversäumnisse der vergangenen Jahrzehnte aufzuholen.

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