Ideen zum Nachmachen

Es gibt bereits eine große Vielfalt an Erfahrungen, Ratschlägen und Ideen, wie es gelingen kann, Menschen auf der Flucht willkommen zu heißen und wie Integration gelingen kann. Diese Erfolgsgeschichten sollen hier zentral gesammelt werden und dort all jenen als Best-Practice-Beispiel dienen, die noch nach einer geeigneten Vorgangsweise suchen.

Der ehrenamtliche Kulturverein KIKAS (Kunst im Kinosaal Aigen-Schlägl, Obfrau: Ulrike Jauker) veranstaltet seit 1999 eine Vielzahl an Konzerten und Kabaretts und durfte beinahe 100.000 BesucherInnen begrüßen. Seit Sommer 2015 helfen im Verein Flüchtlinge aus Afrika (Männer aus Somalia) bei Organisation und Ablauf von Veranstaltungen mit. Typische Tätigkeiten sind: Saal vorbereiten, Sessel stellen, Helfer für Auf- u. Abbau  der Künstlerutensilien, Hilfe beim Plakatieren, usw. Der Verein KIKAS verwendet pro Eintrittskarte 1€ für soziale Projekte und unterstützt die Flüchtlinge (als Abgeltung für ihre Tätigkeit) durch Spenden. Weiter haben die Flüchtlinge, gemeinsam mit dem Roten Kreuz eine Benefizveranstaltung im Dezember organisiert, bei dem die gesamte Veranstaltung durch die Flüchtlinge abgewickelt wurde.
Kontakt: Manuel Pfeil, 0664/8362564, manuel.pfeil@gmx.at
Beim Erntedankfest 2015 in Ampflwang wurden die GottesdienstbesucherInnen von Muslimen und Christen gemeinsam mit frischgebackenem Brot beschenkt. Besonders begehrt waren die syrischen Fladenbrote und die iranischen Ringerlbrote! Beim Familienfasttag haben die AsylwerberInnen die Suppen gekocht, und zum Jahreswechsel waren in der Gemeinde „echte“ Sterndeuter aus drei Kontinenten unterwegs: Josef aus Ghana, Dorna und Ehsan aus Iran, Inge aus Österreich.
Einmal im Monat laden wir Frauen aus aller Welt mit ihren Kindern ins Pfarrheim ein. Die erste Stunde ist spielerisch gestaltet, um das, was in den Deutschkursen gelernt wurde, anzuwenden. Zu Beginn singen wir gemeinsam ein Begrüßungslied. Danach verabschieden wir die Kinder in die Kinderbetreuung: Dort basteln und malen sie zusammen mit zwei Pädagoginnen.  Währenddessen stellen wir bei den Frauen ein Thema vor, das wir -meistens in kleinen Tischgruppen – gemeinsam besprechen und erarbeiten. Im Anschluss gibt es gemütliches Zusammensitzen bei Tee, Kaffee und Kuchen. Die Kinder stoßen wieder dazu und stellen stolz ihre Kunstwerke vor. Das Sprechcafe ist eingegliedert in das Netzwerk „Leben miteinander“, bei dem es viele engagierte Frauen und Männer gibt, die Deutsch unterrichten oder die geflohenen Personen im Alltag, bei der Integration unterstützen. Einige Ideen und Anregungen, wie man so ein Sprechcafe gestalten kann finden Sie auf der Homepage unter Infos – Sprechcafe-Ideen.
Kontakt: Angelika Sollak, 0676/87765830
www.projekt-menschlichkeit.at
Die evangelische Kirchengemeinde hat in enger Kooperation mit dem katholischen Orden der Franziskanerinnen/Vöcklabruck (Krankenhaus Braunau) eine überkonfessionelle Initiative ins Leben gerufen, die AsylwerberInnen im Bezirk Braunau vor allem mit dem Nötigsten (Kleidung bzw. Schuhwerk und – soweit vorhanden – diverse Hygieneartikel und Alltagsgegenstände) versorgt. Wir werden dabei von vielen freiwilligen HelferInnen und SpenderInnen unterstützt. Auf diese Art wollen wir einen Beitrag zur Bewältigung der Betreuung von AsylwerberInnen und anerkannten Flüchtlingen leisten.
Das Projekt steht unter dem Motto: Gelebte Integration – Gelebte Ökumene: Kleidung, gesammelt vom katholischen Orden, verteilt über die evangelische Kirchengemeinde, für muslimische MitbürgerInnen.
Kontakt: Günter Gubisch, 0680/2023331, integration-braunau@gmx.at
AsylwerberInnen, die sich für den Dienst als Schülerlotsen bzw. SchulwegpolizistInnen melden, erhalten eine ausreichende Verkehrserziehung und eine Einschulung in die Verkehrsregelung, und dann von der BH einen Schulwegpolizistenausweis. Bei SchulwegpolizistInnen wird die Vollendung des 18. Lebensjahrs, ausreichende Deutschkenntnisse und der Besitz eines Führerscheines (der seines Herkunftslandes genügt) vorausgesetzt.Die AsylwerberInnen helfen jeden Morgen, von Montag bis Freitag, bei der „Schulwegsicherung“ und wechseln sich bei ihrer Tätigkeit täglich ab.
Kontakt Reinhard Held, 0650 22 66 866, heros5@gmx.net
Eine Vielzahl von Freiwilligen und UnterstützerInnen engagieren sich für Flüchtlinge aus dem Bezirk:
Der Treffpunkt der Kulturen „WE ARE ONE“ am Eferdinger Stadtplatz ist ein Ort der Begegnung und bietet beste Voraussetzungen für das Erlernen der deutschen Sprache, aber auch als Treffpunkt für die HelferInnen und UnterstützerInnen. Das Lokal konnte dank des Vorpächters 3 Monate kostenlos genutzt werden, Unternehmen aus dem Bezirk stellten Mobiliar, Computer, Lern- und Arbeitsmaterialien zur Verfügung. In Zusammenarbeit mit dem Sprachinstitut ARCOBALENO finden nun zweimal wöchentlich Deutschkurse statt, und an den Nachmittagen wird gemeinsam gelernt, kommuniziert, Musikinstrumente werden gelernt, und es werden Projektarbeiten z. B. im Bereich Kunst und Fotografie umgesetzt, die etwaige Sprachbarrieren überwinden. Um die oft eingeschränkte Mobilität der Flüchtlinge zu überbrücken, werden Shuttlefahrten zu den div. Aktivitäten, Behörden usw. organisiert. Details zu den Aktivitäten des Vereins „Gib Menschen eine Chance“ auf www.lebens-chancen.eu
Kontakt: Manfred Loidl 0664 2547713
Die Lions Freistadt stellen einen Topf mit EUR 15.000 zur Verfügung, mit dem Wohnungs-Kautionen finanziert werden. Anerkannte Flüchtlinge erhalten daraus einen zinsfreien Kredit, der in einem realistischen Zeitraum rückerstattet werden sollte. Damit wird der Zugang zu eigenem Wohnraum für Menschen auf der Flucht ermöglicht, der oft an der finanziellen Hürde scheitern würde.
Kontakt: Hermann Pils, 0664/4321809
Seit 25. November 2014 leben AsylwerberInnen in Großraming. Seit dem ist auch die freiwillge Initiative „Miteinander in Großraming – Plattform für ein gelingendes Zusammenleben“ aktiv. Im Rahmen dieses Projektes wurde ein Integrations- und Begegnungscafé eingerichtet. Ein pensioniertes Ehepaar hat ihre ehemaligen Geschäftsräumlichkeiten für diesen Zweck kostenlos zur Verfügung gestellt. Das Café wurde als Ort der Begegnung eingerichtet. Eine Kinderspielecke mit Büchern und Spielsachen, gemütliche Sitzecken aber auch eine Second-Hand-Abteilung, laden Einheimische, Fremde und die AsylwerberInnen zum Verweilen in vertrauter, familiärer Atmosphäre ein. Das Kennenlernen, der Austausch und die Begegnung von Menschen unterschiedlicher Herkunft sind zentrale Bestandteile des Zusammenkommens. Das Begegnungscafé ist ein Angebot für Menschen jeden Alters und jeder Herkunft, um sich zwanglos zu begegnen und in Kontakt zu kommen. Dort werden auch Sachspenden aller Art angenommen, die möglichst gerecht und je nach den Bedürfnissen an die AsylwerberInnen verteilt werden.
Öffnungszeiten: jeden Dienstag von 15.00 Uhr – 17.00 Uhr.
Kontakt: Elisabeth Leitner, 0664/521 74 31, info@miteinander-in-grossraming.at, www.miteinander-in-grossraming.at
Durch die AsylwerberInnen, die im Haus „Dachsbrücke“ untergebracht sind, soll ein Selbstversorger-Garten gestaltet werden: dort werden Hochbeete und Abdeckungen für empfindliche Pflanzen gebaut, sowie eine Spielecke für Kinder. Unterstützt werden die Flüchtlinge dabei von Mitgliedern der „Zeitbank für Alt und Jung“ Innerschwand.
Kontakt: Katharina Trauner, 0664/5264553, katharina1212@gmx.at
Die KinderUni OÖ bemüht sich seit Jahren um die Integration asylsuchender Menschen bzw. um Menschen mit Migrationshintergrund, die in Österreich leben.Dies geschieht einerseits über Kooperationen mit Vereinen, über die Auswahl und Gestaltung der Programme und über Einladungen an Kinder aus Familien mit Migrationshintergrund.
Andererseits bescherte uns vor Jahren ein „Glücksfall“ einen jungen, unbegleiteten Pakistanischen Flüchtling namens Ali Muhammad, der sich engagiert in das KinderUni-Team integrierte und dort innerhalb kürzester Zeit Aufgaben selbständig übernahm.Heute hat Ali viele FreundInnen aus dem Kreis des BetreuerInnen-Teams und es ist jedes Jahr eine große Freude zu beobachten, wie diese jungen Menschen ihr Wiedersehen feiern! Bemerkenswert ist, dass Ali im Team neben Deutscher Hochsprache mittlerweile breiten oberösterreichischen Dialekt spricht! Das tut der Stimmung im Projekt gut und davon profitieren in erster Linie die jungen Studierenden der KinderUni OÖ. Und auch sie lieben unseren Ali!
Die Erfahrungen mit Ali haben uns dahingehend bestärkt auch an anderen jungen, asylsuchenden Menschen in unseren Projekten eine Möglichkeit zur Integration zu geben. Ihnen zu zeigen, was Kinder in unserem Land interessiert, wie sie agieren, was sie lernen und wie sie leben. Gleichzeitig finden wir, dass es für unsere Kinder von Bedeutung ist mit Menschen in Kontakt zu kommen, die selbst Flüchtlinge sind, um eventuelle Barrieren gar nicht erst entstehen zu lassen oder bestehende Hürden reflektiert zu betrachten und sie als Menschen wie du und ich wahrzunehmen.
Mit Ahmad Saleh und Lahank Jwan, zwei jungen Flüchtlingen aus Syrien, vertieften sich diese positiven Erfahrungen:Sie standen uns im Rahmen der KinderUniSteyr 2015 als ehrenamtliche Betreuer zur Verfügung und machten ihre Sache sehr gut!Die noch rudimentären Kenntnisse der Deutschen Sprache glichen sie dort, wo kein Englisch verstanden wurde, mit viel Engagement und Einfühlungsvermögen aus und man hatte stets das Gefühl, dass sie, wo immer sie im Einsatz waren, eine echte Bereicherung der Teams darstellten. Ihre Hilfsbereitschaft und Einsatzfreude können wir rückblickend als herausragend beschreiben.
Auf Grund dieser Erfahrungen sind wir stolz auf unsere jungen Helfer und empfehlen allen Menschen/Initiativen es uns gleich zu tun. Es ist bereichernd für die Integration von Flüchtlingen einzutreten!
Kontakt: Irene Schwaiger, 07252/81199-16 oder office@ifau.at
In der „Kräutergemeinde“ mit 1.330 EinwohnerInnen werden die rund 80 AsylwerberInnen umfangreich unterstützt und integriert: Neben 3 wöchentlichen Deutschkursen im Sitzungssaal der Gemeinde werden von der Gemeinde die Buskosten für den wöchentlichen Transport in den Sozialmarkt Aigen getragen, der Busfahrer übt die Tätigkeit ehrenamtlich aus, und den Betroffenen wird durch die günstige Einkaufsmöglichkeit gezielt geholfen.
Auch wenn es wenige Arbeitsplätze gibt, üben die AsylwerberInnen gemeinnützige Tätigkeiten aus, u. a. im 1. Oö. Heilkräutergarten, bei Veranstaltungen wie beim großen Heilkräuterkirtag am 15. August sowie bei Gemeinde- und Pfarrfesten. Viele Privatpersonen laden die Hilfesuchenden zu verschiedenen Anlässen ein – Kaffee & Kuchen, Häkeln und Stricken – und sogar Eintrittskarten für Konzerte, Kabaretts usw. werden finanziert.
Kontakt: Bgm. Franz Wagner, gemeinde@klaffer.ooe.gv.at
Als größter Betrieb in der Umgebung war es MIBA ein Anliegen, sich für die Flüchtlinge zu engagieren, die zudem nur wenige Meter vom Unternehmen entfernt untergebracht sind. Viele von den rund 60 AsylwerberInnen sind gut qualifiziert und möchten in Österreich bleiben – ein Grund mehr für MIBA, Integration zu fördern, ein Netzwerk mit den AsylwerberInnen aufzubauen, und manche von ihnen nach positivem Bescheid vielleicht sogar im Unternehmen aufzunehmen. Die Aktivitäten im Überblick:
• Café der Begegnung: im Oktober 2015 wurden die Flüchtlinge und MitarbeiterInnen aller MIBA Standorte in OÖ zum gemeinsamen Nachmittag in der Kantine in Laakirchen eingeladen, Kennenlernen und Austausch stand hier im Vordergrund. Danach gab es noch weitere Treffen, bei denen Kinder und Familien in den Mittelpunkt gerückt wurden, und auch ein Kinderprogramm angeboten wurde.
• Ankauf von Second-Hand-Fahrrädern & Zubehör für die AsylwerberInnen
• Finanzierung von Deutschkursen
• Miba schenkt den MitarbeiterInnen zu Weihnachten ein Lebensmittel-Paket aus der Region – 60 MitarbeiterInnen haben ihr Paket den Flüchtlingen gespendet
Kontakt im Unternehmen: Bernhard Reisner, 07613 25411109
„Rezepte der Gastfreundschaft“ sammelt kulinarische Rezeptideen, die sich beim Bewirten von Gästen bewährt haben. Mit „Rezepte“ sind in diesem Buch aber nicht nur Anleitungen für Speisenzubereitungen gemeint, sondern vor allem auch (schriftliche) Gedanken dazu, was es heißt, GastgeberIn zu sein. Mit dem Buchverkauf wird die Renovierung des Flüchtlingsheimes von SOS Menschenrechte in Linz unterstützt.
Tipp: Unterstützung zur Spendenakquise für Ihr Flüchtlingsprojekt! Hilfsprojekte können sich unkompliziert melden und bekommen dann gratis ein Bücherkontingent von den „Rezepten der Gastfreundschaft“ zugestellt. Der gesamte Verkaufserlös (mind. EUR 16,50 pro Buch) steht den Projekten völlig frei zur Verfügung.
Kontakt: Wolfgang Preisinger, 0732/795 684, preisinger@fabrikanten.at
„re-bike.at“ ist eine Privatinitiative in OÖ, um Flüchtlinge / Asylsuchende mit Fahrrädern zu versorgen.Mobilität ist ein Grundbedürfnis des Menschen. Für Flüchtlinge / Asylsuchende ist ein Minimum an Mobilität wichtig. Sie dürfen keiner Erwerbtätigkeit nachgehen, sind zum Nichtstun verurteilt und harren in den meist beengten Flüchtlingsunterkünften der Dinge (Asylbescheid,…). Die Kosten für öffentliche Verkehrsmittel sind für sie oftmals nicht erschwinglich. re-bike.at sucht gebrauchte Fahrräder, macht diese wieder flott und gibt diese an Organisationen ab, welche Flüchtlinge betreuen bzw. beherbergen. Kontakt: www.re-bike.at, bernhard.zoidl@re-bike.at, 0664-1535262
KAMA Linz setzt sich zur Zeit aus einem ehrenamtlichen Team zusammen und organisiert seit Jänner 2014 Kurse und Workshops, die von Asylsuchenden, MigrantInnen und Asylberechtigten geleitet werden und von jedem und jeder gegen eine freiwillige Spende besucht werden können. Die Kursinhalte bauen auf den individuellen Fähigkeiten und Kompetenzen der KursleiterInnen auf und ermöglichen neben der Wissensvermittlung ein gegenseitiges (Kennen)lernen. Da es Asylsuchenden aufgrund der gesetzlichen Rahmenbedingungen nahezu unmöglich ist einer geregelten Arbeit nachzugehen, bietet KAMA Linz eine Möglichkeit der (Freizeit-)Beschäftigung. Gleichzeitig können Wertschätzung und Anerkennung erfahren, sowie Kontakte zu Menschen in der neuen Lebenswelt geknüpft werden. KAMA Linz schafft Orte der Begegnung und des respektvollen Miteinanders. Das Kursangebot in Linz und Umgebung konzentriert sich zum aktuellen Zeitpunkt auf Kochworkshops aus aller Welt, Kreativworkshops wie Möbelbauen aus Europaletten und Schmuckdesign, Trommeln, Tanz, Sport und Sprachworkshops.

Neue Adresse ab Juli 2016
Langgasse 9
4020 Linz
Email: linz@kama.or.at
Webseite: www.kama.or.at/linz
Facebook: fb.com/kama.linz

Wir sind Über den Tellerrand kochen und setzen uns für die Integration von Flüchtlingen in Österreich ein. Mit dem Kochen, als eines der meist akzeptierten Medien des kulturellen Austausches, gelingt es uns, das Thema Asyl aus einer neuen, positiven Perspektive zu beleuchten, Barrieren zu senken und die breite Gesellschaft in den Begegnungsprozess einzubinden. Wir schaffen Bewusstsein für die Individuen hinter den Begriffen Flucht und Asyl und ermöglichen durch unsere Begegnungsprogramme Kennenlernen auf Augenhöhe.

Wir sind überzeugt, dass unsere schöpferischen, bildenden oder sportlichen Schaffensprozesse mit einem starken Kulturbezug die Basis für gegenseitiges Interesse, Verständnis und Freundschaft bilden. Sowohl ein aktiver Austausch zwischen Flüchtlingen und Einheimischen als auch Unterstützung werden selbstverständlich. Flüchtlinge bekommen die Möglichkeit ein Netzwerk aufzubauen und Beheimatete lernen neue Kultur- und Traditionsformen kennen.

Gemeinsam für ein besseres Wir!

Über den Tellerrand stellt Menschen hinter dem Begriff Asyl vor und fördert ihre Integration in der österreichischen Bevölkerung. Über den Ansatz des gemeinsamen Kochens möchten wir Bewusstsein schaffen für den Flüchtling als Menschen und das Thema Asyl aus einem neuen Blickwinkel betrachten.

Wir möchten den Austausch zwischen Flüchtlingen und Gesellschaft motivieren. Unser Ziel ist es, Begegnungen zu schaffen und neben Geschmäckern und Gerüchen auch emotionale Geschichten und Erinnerungen zu teilen. Die Freude am gemeinsamen Kochen soll dabei aber nie zu kurz kommen!

E-mail: linz@ueberdentellerrand.org
Webseite: www.ueberdentellerrand.org/
Facebook:  Über den Tellerrand Community Linz

Freiwillige Helfer in Luftenberg haben eine Workshop-Reihe für Flüchtlinge organisiert, bei der gemeinsam Nützlingshäuser für Insekten und andere Holzprodukte erstellt wurden. Alle TeilnehmerInnen waren mit großem Eifer bei der Sache und arbeiteten fleißig mit. Darüber hinaus haben sich diverse Firmen aus der Region an dem Projekt beteiligt, die Materialien für das gemeinsame Handwerken zur Verfügung gestellt haben. Neben einem persönlichen Kennenlernen und dem geselligen Beisammensein hatten die vier gemeinsamen Workshop-Nachmittage den Vorteil, dass die Flüchtlinge ihre Deutschkenntnisse „in practice“ erweitern konnten. Außerdem wurden sinnvolle Holzprodukte hergestellt, die zum Teil im Anschluss in der freien Natur angebracht wurden und den einen oder anderen Spaziergänger an die positiven Ergebnisse von gelebter Integration in der Flüchtlingsarbeit erinnern können.
Kontakt: Isabella Wolfinger BA, 0664/ 88 63 07 36, i.wolfinger@diakoniewerk.at
Die überparteiliche Initiative „Mauthausen gemeinsam“ hat zum Ziel, grundlegende Kenntnisse in Deutsch (Österreich) zu vermitteln, und ebenso österreichische Werthaltungen näherzubringen. Dabei werden z. B. auch Wertschätzung und Achtung des muslimischen Menschen, im Kontext mit dem Christentum das europäische  Kalenderjahr oder z. B. der europäische Begriff der Pünktlichkeit erklärt und behandelt.
Seit September 2015 veranstaltet diese Initiative mit der Unterstützung von vielen freiwillig Engagierten einen sehr intensiven Deutschkurs für AsylwerberInnen in Mauthausen: Dienstag und Donnerstag von 10 – 12 Uhr als Frontalunterricht nach der Arbeitsunterlage „Pluspunkt Deutsch – Deutsch als Zweitsprache“, und Dienstags und Freitags werden zusätzlich je 2 vertiefende Übungseinheiten gehalten. Es macht den Engagierten wirklich Freude, diesen Beitrag leisten zu dürfen, und das Angebot wird regelmäßig von 10 – 15 TeilnehmerInnen angenommen. Die Fleißigen aus der Gruppe konnten sich nach wenigen Monaten im Alltag schon verständlich machen und sind darauf sehr stolz, während die Ausführenden schon einige Wörter aus dem Arabischen verstehen wie zum Beispiel „Pokra inshala“ ( Morgen wird Allah es schon machen).
Weiters gibt es in regelmäßigen Abständen  Begegnungstreffen im Pfarrheim Mauthausen, Jugendliche spielen mit den AsylwerbernInnen wöchentlich Volleyball, Väter und Söhne laden zum Fußballspielen ein. Der Fischereiverband ermöglichte das Fischen in der Donau und Reiten für AsylwerberInnen wurde auch initiiert. Die Mauthausner Bevölkerung bemüht sich wirklich stark um Integration und um Möglichkeiten am Leben im Ort teilzunehmen (z.B.: Blasmusikkonzert, Bälle, Fasching usw.).
Kontakt: BA Monika Greindl, 0676/8776 2023, monika.greindl@caritas-linz.at
Das Fest der Begegnung im Juni 2015 unter dem Motto „Innviertel trifft Syrien“ fand unerwartet großen Andrang: Die bewegende Präsentation über die Zerstörungen des Herkunftlandes Syrien und das Leid der dort verbliebenen Bevölkerung erzeugte große Betroffenheit bei den vielen Gästen. Übersetzt wurden alle Schilderungen der persönlichen Schicksale von einem Österreicher mit kurdischer Abstammung. Viel Fröhlichkeit boten die Tänze der SyrerInnen aus ihrer Heimat. In der Pause gab es einen Ansturm auf das Buffet der syrischen Spezialitäten, das im Nu ausverkauft war. Die AsylwerberInnen bedankten sich für die freundliche Aufnahme und brachten ihrerseits zum Ausdruck, dass sie die Großzügigkeit und Unterstützung der Bevölkerung sehr zu schätzen wissen.
Da AsylwerberInnen nicht arbeiten dürfen, ergreifen sie jede Chance, um sich zu betätigen und ihren Arbeitswillen zu zeigen: AsylwerberInnen dürfen pro Monat bis zu 20 Stunden im Dienste der Gemeinde arbeiten und erhalten pro Stunde EUR 5,50. So haben sie im Sommer abwechselnd stundenweise gemeinnützige Tätigkeiten gemeinsam mit den Verantwortlichen des Bauhofes verrichtet sowie zwei Wochen lang den Friedhof gepflegt und verschönert. Seitens der Bevölkerung ernteten sie dafür viel Lob und Zuspruch, worüber sie sich sehr freuten.
Ihre Hilfsbereitschaft zeigten die Asylwerber auch mit ihrer Unterstützung im Flüchtlingszelt in Mühlheim. Für das Rote Kreuz  Braunau sind unsere Mauerkirchner AsylwerberInnen zu wichtigen MitarbeiterInnen geworden, sei es für Dolmetschleistungen oder als Hilfe im Transitzelt. Nebenbei beantworten sie viele Fragen der Neuankömmlinge, trösten verzweifelte Frauen und Kinder, die ihre Angehörigen auf der Flucht aus den Augen verloren haben. Die Mauerkirchner AsylwerberInnen tragen  zu einem reibungslosen Ablauf der neu ankommenden Menschen auf der Flucht bei und werden von den MitarbeiterInnen des Roten Kreuzes geschätzt und auch sehr gelobt. Sie leisten meist einen 12-Stundendienst bei Tag oder bei Nacht und sind bereits als „Team Mauerkirchen“ bekannt.
Als kleines Dankeschön lädt die Volksschule zu einer Weihnachts-Integrationsfeier ein: Unsere hier lebenden Flüchtlinge sollen Wertschätzung und Menschlichkeit erfahren. Es ist oberstes Gebot, sich jener Menschen anzunehmen, die Schutz und Hilfe brauchen. Wie schon Karl Valentin feststellte: Fremd ist der Fremde nur in der Fremde! Aufeinander zugehen, zuhören und verstehen  sind wesentliche Schritte für ein gutes Miteinander hier in Mauerkirchen. Besonderer Dank gilt allen freiwilligen HelferInnen, die sich im Dienste der Schutzsuchenden engagieren. Ohne diese großartige Unterstützung wäre das Hilfsnetzwerk in Mauerkirchen niemals möglich geworden.
Kontakt: Karolina Schied-Stigler, k.stigler@outlook.com
Die Volkshilfe Flüchtlings- und MigrantInnenbetreuung hat im Jugendwohnhaus für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge in Linz auch im Jahr 2016 das Projekt dUNDu angeboten und umgesetzt. Den unbegleiteten minderjährigen Flüchtlingen wurde in diesem Rahmen eine Patenschaft mit engagierten Österreicher/innen ermöglicht, die in persönliche  und unmittelbare Beziehung zueinander getreten sind.

Entstanden ist das Projekt schon 2009. Seither sind mehr als 100 Patenschaften im Großraum Linz entstanden, aktuell sind über 70 Patenschaften alleine in Linz als aktiv registriert.

Ehrenamtliche MitarbeiterInnen wurden auch in Steyregg, Perg, Steyr, Gallspach, Kremsmünster und Braunau gesucht, die sich bereit erklärt haben, eine Patenschaft für einen Jugendlichen im Alter zwischen 14 und 18 Jahren zu übernehmen. Konkret bedeutete dies, gemeinsam mit dem jungen Asylwerber, der ohne Begleitung eines Erwachsenen nach Österreich geflohen ist, Deutsch zu lernen, kulturelle Gegebenheiten zu vermitteln und einen Teil der Freizeit gemeinsam mit ihm zu gestalten. „Gelebte Integration“ blieb in diesem Zusammenhang nicht nur ein Schlagwort, sondern wurde auch von den Beteiligten auch gelebt. Durch die Offenheit gegenüber dem „Anderen“ und die Neugier, eine andere Kultur kennenzulernen und sich darauf auch einzulassen, entstanden teils sehr wertschätzende und verständnisvolle zwischenmenschliche Beziehungen.  Die Häufigkeit des Kontakts wurde von den Betroffenen ganz individuell gehandhabt und auch Vielfalt der gemeinsamen Aktivitäten gestaltete sich offen.

Beinahe allen 56 Jugendlichen in den Volkshilfe-Häusern in Linz, wurde im Jahr 2016 über dieses Projekt eine Patenschaft vermittelt. Gemeinsame Ausflüge in den Zoo, Kinobesuch, der Besuch von Ausstellungen, gemeinsames Kochen und Essen sowie viele, viele Stunden des Deutschlernens prägten das Beisammensein der jungen Flüchtlinge mit ihren PatInnen.

Diese wertvolle und unmittelbar soziale Unterstützung der PatInnen half vielen jungen AsylwerberInnen ihren Alltag abwechslungsreicher und offener zu gestalten als dies ohne Patenschaft für sie je möglich gewesen wäre.  Auch die PatInnen selbst berichteten im Nachhinein von einer Bereicherung durch diese ehrenamtliche Tätigkeit. Denn nicht nur die kostenlosen Schulungen und Informationsabende, sondern vor allem auch die Reflexion ihrer eigenen Existenz in Westeuropa haben sie zufriedener und dankbarer werden lassen gegenüber ihrem eigenen Leben.  Aber auch gesellschaftspolitische Themen im Zusammenhang mit Flüchtlingen wurden durch diese Tätigkeit wieder greifbar nahe und blieben keine medialen Abstraktionen, die sie nicht berührten.

Allgemein stellte das Projekt dUNDu sowohl für die jungen Asylwerber als auch für die PatInnen eine  Möglichkeit dar, interkulturelle Bekanntschaften und Freundschaften zu  etablieren und eine Annäherung zwischen den Kulturen zu bewirken.

Das Projekt zeigte auch erfolgreich, dass Nationalität, Religion und Sprache Barrieren darstellen, die mit Toleranz, Verständnis und Offenheit überwindet werden können. Was in diesem kleinen Teil unserer Gesellschaft möglich war und erfolgreich gelebt wurde, dient hoffentlich vielen auch als Vorbild für größere gesellschaftliche Einheiten in unserer Welt. Es ist auch ein Beweis dafür, dass interkulturelles Zusammenleben gelingen kann, wenn die Bereitschaft dafür vorhanden ist.

Naim und Lukas sind ein ungleiches Paar – seit 8 Monaten über das Paten-Projekt dUNDu verbunden. Naim ist 18 Jahre, unbegleiteter Flüchtling aus Afghanistan, Lukas 31 Jahre alt und berufstätig. Sehr regelmäßig verbringen sie Nachmittage miteinander, Kochen, Essen, lernen Deutsch, studieren Bilder, spielen Brettspiele. Für den schüchternen Naim ist Lukas wie ein großer Bruder, er hat ihn für Kunst interessiert, Lukas malt selbst, macht auch Ausstellungen. Lukas umgekehrt, hilft noch beim Verbessern des Deutsch-Niveaus, kümmert sich um Naim, ohne zu bevormunden, ist für ihn da.

Wenn Jugendliche anlässlich von Problemen in Schule, Berufsausbildung, Freundeskreis oder Familie ihr Gleichgewicht verlieren, kann eine Bezugsperson außerhalb der Familie ein sehr hilfreiches Auffangnetz bieten. Basierend auf dieser Idee entwickelte die Kinder- und Jugendanwaltschaft seit 2010 ein Patenschaftsprojekt zur Begleitung und Stärkung von jungen Menschen auf ihrem Entwicklungsweg. Das Projekt wurde 2014 von der Fachhochschule für Soziale Arbeit in Linz evaluiert. Auf Grundlage der Ergebnisse wird es derzeit im Zentralraum Linz und Umgebung geführt, eine schrittweise auch regionale Weiterentwicklung ist geplant.

Patenschaften unabhängig vom personenrechtlichen Status

Im Rahmen des Projektes MaMMut (Mach Mir Mut) vermittelt die KiJA Jugendlichen ab ca. zwölf Jahren Patinnen und Paten. Im Mittelpunkt dieses niederschwelligen Angebots steht der Bedarf und der Wunsch der/des Jugendlichen nach einer Bezugsperson und zwar unabhängig von ihrem/seinem personenrechtlichen Status, d.h. unter den „Patenkindern“ sind sowohl Österreicher/innen, zum Teil mit Migrationshintergrund, aber auch Jugendliche mit Asylstatus bzw. solche deren Verfahren noch läuft.

Bisher wurden 22 Patenschaften abgeschlossen.

Zeit mit Navid*

Navid, 15 Jahre, geboren im Iran wohnt mit seinen Eltern und einer Schwester in der Nähe von Linz. Ein Asylverfahren ist seit mehreren Jahren anhängig. Seit zwei Jahren wird er von einem Paten begleitet. Der pensionierte Lehrer unterstützt Navid vor allem bei der Bewältigung des schulischen Alltags: Lesen, Schreiben und Rechnen sind fester Bestandteil des wöchentlichen Zusammentreffens. Beide erzählen aber auch mit Freude vom gemeinsamen Basteln, Musizieren und von Ausflügen, wie etwa Besuche des Tiergartens.

Auch mal unbeschwert sein dürfen

Die 16-jährige Jessie* lebt alleine mit ihrer Mutter, die an Depressionen leidet. Das Mädchen hat keinen Freundeskreis, da sie den Alltag der Mutter mitträgt (Einkaufen, Haushalt …). Die gerade begonnene Lehre überfordert sie. Mit ihrer Patin, einer 25-jährigen Studentin, hat sie seit einem halben Jahr regelmäßigen Kontakt. Die Telefonate und persönlichen Treffen sind für sie eine große Entlastung:  Zuhören, Interesse an persönlichen Themen, ein unbeschwerter Stadtbummel oder Kinobesuch geben ihr emotionale Stärke und Motivation, die sich auch positiv auf ihre Arbeit auswirken. 

Informationsabend für Interessierte und neue Patinnen und Paten:

13.6.2016, 17:00 – 20:00 Uhr, Kinder- und Jugendanwaltschaft, Kärntnerstraße 10, 4020 Linz. Um Anmeldung wird gebeten: 0732/7720-14000

Mitaufbau eines oberösterreichweiten Patenschafts-Netzwerkes

Anknüpfend an das eigene Patenschaftsmodell will die KiJA OÖ zum Aufbau eines Netzwerkes in OÖ aus bestehenden und neuen Projekten beitragen. Bei Bedarf soll für alle Kinder in Oberösterreich, insbesondere auch für Kinder mit Migrationshintergrund, für Flüchtlingskinder und für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge, die Möglichkeit bestehen, alltagsnahe Hilfe und Beistand durch ehrenamtliche Patinnen/Paten zu erhalten.

AMIGO wurde von SOS Menschenrechte 2009 gegründet, um Flüchtlinge und Zugewanderte bei der Integration in die österreichische Gesellschaft zu begleiten und Österreicher/innen die Möglichkeit zu bieten, Fremde in Österreich als „Buddies“ ehrenamtlich zu unterstützen.

In sieben Jahren seit Bestehen haben bereits über 170 Personen am Projekt teilgenommen, zur Zeit sind 63 Personen aktiv in einer Begleitung bzw. Unterstützung.

AMIGO@work ist am 7. April 2016 gestartet. Das Programm wurde gegründet, um AsylwerberInnen den späteren Einstieg in den Arbeitsmarkt zu erleichtern. Die Teilnahme am österreichischen Arbeitsmarkt gilt als Schlüssel für die gesamtgesellschaftliche Integration. Denn: Je besser man in den Arbeitsmarkt integriert ist, desto bessere Zukunftsaussichten hat man in Österreich.

Das Projekt AMIGO@WORK versteht sich als Begegnungsprojekt und ist daher eine ideale Integrationsmaßnahme für Gemeinden und Wirtschaftstreibende.

Gesucht werden ehrenamtliche Freiwillige, die AsylwerberInnen persönlich in ihre Arbeitswelt einführen und ihr Know-how weitergeben möchten und den Jugendlichen Einblicke in ihre Arbeitsabläufe geben.

Ziele sind etwa, Kontakte und Austausch ermöglichen, Hilfestellung beim Kontakt zu Service- und Beratungsstellen bzw. bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen, Unterstützung bei der Orientierung am Arbeitsmarkt bzw. Förderung von persönlichen Kompetenzen und Fertigkeiten.

Aktuell nehmen an dieser Realitätsbegegnung 18 Flüchtlinge (Meentes) und 18 UnterstützerInnen teil. Im Herbst 2016 soll es einen 2. Durchgang geben!

Grundsätzlich kann jeder und jede Wirtschaftstreibende Amigo@Work werden. Voraussetzung dafür ist, die Bereitschaft, 3 Monate lang AsylwerberInnen für insgesamt 20 Stunden Einblick in ihren Arbeitsalltag in Österreich zu geben.

Grundsätzlich sind den Aufgaben, die Wirtschaftstreibende erfüllen können, keine Grenzen gesetzt.

Die im Herbst 2015 eingezogenen AsylwerberInnen bekamen beim Weihnachtsmarkt die Möglichkeit, unterstützt von der Begegnungs-Gruppe der Ehrenamtlichen mit einem eigenen Stand vertreten zu sein. Die Möglichkeit, mit den RüstorferInnen in Kontakt zu kommen, wurde von beiden Seiten sehr gut angenommen.
Asylwerbern/innen, die sich besonders bei Deutschkursen engagieren, wird eine Belohnung in Aussicht gestellt: ein Kurs für Fortgeschrittene, durchgeführt beim BFI. Finanziert wird dieses Anreizsystem durch die Serviceclubs im Bezirk Schärding – Kiwani, Rotary, Lions, Spanlang-Stiftung – organisiert und koordiniert wird die Initiative durch die FLÜKO – Flüchtlingskoordination Schärding.
Kontakt: Mag. Friedrich Burgstaller, 07712/3105 703 46, friedrich.burgstaller@ooe.gv.at
Seit September kommen täglich zahlreiche Busse mit Flüchtlingen nach Schärding. Diese verbringen einige Stunden im Transitzelt, bevor sie weiter reisen dürfen. Dort bekommen sie einen warmen Eintopf mit Reis serviert. Es handelt sich um einen Kartoffel-Gemüse-Fleisch Gericht mit Bohnen, Linsen und Kichererbsen in Tomatensauce. Dieses Essen ist nicht nur ausgewogen und sättigend, sondern entspricht der Geschmacksrichtung der Flüchtlinge.
Seit 3 Monaten wird das Essen 7 Tage die Woche jeweils von 8 bis 12 Uhr von der türkischen Gemeinschaft (ca. 20 Köchinnen), gemeinsam mit HelferInnen aus dem ganzen Bezirk im alten Bezirksaltenheim abwechselnd gekocht, täglich werden durchschnittlich 1.200 bis 1.800 Portionen zubereitet. Die Versorgung der Transitflüchtlinge mit den gekochten Speisen erfolgt in Koordination mit dem Roten Kreuz (Bezirksstelle Schärding). Dankenswerterweise wird diese Aktion seit Kurzem von der Hilfsorganisation HASENE (IGMG – Islamische Gemeinschaft Milligörüs) mit tausenden Lebensmittelspenden unterstützt. Bei dieser multikulturellen Kochaktion handelt es sich um eine private Initiative. Daher freuen wir uns bei der Suppenküche Schärding sehr auf weitere Unterstützungen von Privatpersonen sowie Hilfsorganisationen.
Kontakt: Netice Akceylan, 0699/17225720, netice_akc@hotmail.com
Seit Oktober gibt es die Initiative „Vielfalt Schenkenfelden“. Unser Name ist dabei Programm: Knapp 50 vielseitig begabte Freiwillige engagieren sich in zahlreichen Projekten für derzeit 44 AsylbewerberInnen. Mithilfe des Lionsclubs Bad Leonfelden bieten wir einen professionellen Deutschkurs über das BFI an. Es werden freiwillig Deutschpatenschaften und Hausübungshilfen organisiert. Fahrtendienste werden koordiniert und für Sachspenden wurde ein Basar auf die Beine gestellt. Es finden gemeinsame Feiern, Spieleabende, Bastelabende, Konzertbesuche, uvm. statt – und das alles in so kurzer Zeit. Vielseitig ist nicht nur unser Angebot, vielseitig sind auch unsere Ideen für die Zukunft! In Arbeit sind Kursangebote von und für Menschen auf der Flucht, Handwerksprojekte, ein Willkommensfest, ein Begegnungscafé, eine Verbesserung des Sprachangebots zur Betreuung von Analphabeten und die nachhaltige Einbindung der AsylbewerberInnen in das Vereinsleben. Für ein vielfältiges Schenkenfelden!
Kontakt: Katharina Prückl, MSc, vielfalt.schenkenfelden@gmx.at
Seit Oktober 2014 sind in Schwanenstadt – eine Stadt mit ca. 4500 Einwohnern – Flüchtlinge untergebracht. Die anfängliche Skepsis hat der Bürgermeister mit einer gemeinsamen, akkordierten Aussendung aller vier Gemeinderatsfraktionen und der beiden Kirchen (röm.-kath. und evang.) gleich ausräumen können. Das Flüchtlingshaus wird von der Volkshilfe betreut und ist täglich besetzt. Es hat sich auch gleich zu Beginn das ehrenamtliche „Netzwerk Zuversicht“ gegründet, das mittlerweile aus mehr als 40 Freiwilligen besteht. Das Netzwerk unterstützt die Flüchtlinge (aktuell sind es 46 im Haus und mehr als 30 in Privatquartieren) in vielen Belangen:

  • Kleiderspenden, Spendenaufrufe
  • Fahrtendienste
  • Deutschkurse
  • Monatliches Kulturkaffee
  • Ausflüge
  • Patenschaften
  • Frauentreff
  • Wohnungssuche
  • Arbeitssuche
  • Fest der Kulturen
  • v.m.

Beim Kulturcafé des Netzwerk Zuversichts werden Patenschaften zwischen Ehrenamtlichen und AsylwerberInnen vermittelt. So wird Integration und Alltagsunterstützung kombiniert.Auch die Stadtgemeinde Schwanenstadt ist wesentlich für das gute Zusammenleben in der Stadt verantwortlich. Viele Flüchtlinge arbeiten – im gesetzlichen Rahmen – immer wieder fleißig im Bauhof mit. Mehr Informationen unter: www.netzwerk-zuversicht.at

Beim heurigen Christkindlmarkt der Gemeinde gab es am 28. November 2015 einen Tag lang eine offene Bühne, wobei jeder Verein, die Kindergärten, Schulen und Musikschule sowie HobbykünstlerInnen seitens der Gemeinde dazu animiert wurden, sich eine musikalische Darbietung einfallen zu lassen. Die offene Bühne wurde auch von unseren AsylwerberInnen genützt. Frau Grammer hat aus diesem Grund im Containerdorf zu Proben geladen und einen Chor der AsylwerberInnen gegründet. Beim Weihnachtsmarkt gelang es, dass sich unsere „neuen DorfbewohnerInnen“ in die Herzen der SchwertbergerInnen sangen: Alle waren sehr berührt und viele BürgerInnen suchten durch den Auftritt erstmals aktiv Kontakt zu unseren AsylwerberInnen. Musik verbindet.
Kontakt: Bgm. Max Oberleitner, 07262/61155, oberleitner@schwertberg.at
Im Seewalchner Pfarrheim finden regelmäßig Tanz- und Begegnungsabende für Frauen statt, organisiert von der ehrenamtlichen Flüchtlingsinitiative.
Die ehrenamtlich organisierte Initiative “Servus Steyregg” versucht mit vielen verschiedenen Angeboten, ein gemeinsames und buntes Miteinander in der Stadtgemeinde Steyregg zu unterstützen, wo derzeit ca 190 Asylwerber in 3 Quartieren leben. Das erste Projekt, das in Steyregg für unsere neuen Mitbürger umgesetzt wurde, war das Sprachcafé, wo immer fleißig miteinander Deutsch gelernt und alltägliche Situationen besprochen werden. Doch das Sprachcafé ist mittlerweile viel mehr als ein Ort zum Deutschlernen, ein Ort der Begegnung und zum Kennenlernen, einfach ein Rahmen wo man sich einfach gerne trifft. Diesen Treffpunkt gibt es seit Mai 2015, er ist stets gut besucht und für viele Lernende und Lehrende ein Fixpunkt am Mittwochabend.Mit dem Sprachcafé war der Grundstein gelegt für viele weitere Aktivitäten, Initiativen und der Teilnahme am Vereins- und Gemeindeleben. Im August 2015 folgte dann das „Fest der Kulturen” mit vielen Besuchern und einem tollen Rahmenprogramm, der offizielle Startschuss der Initiative in der Gemeinde. Es wurden immer wieder verschiedenste Aktivitäten von den engagierten Ehrenamtlichen geplant und realisiert. So gab es vielfältige Teilnahmen an verschiedensten Veranstaltungen, wie zum Beispiel dem Genussfest am Steyregger Badesee und dem Sternradln der Radlobby. Außerdem wurden mehrere Intensiv-Deutschkurse gestartet, Feste der Kleinen Farm unterstützt, die von den AsylwerberInnen und der örtlichen Tierärztin betreut wird, Kochabende, ein Wandertag, ein Quiz- und ein Spieleabend organisiert und ein regelmäßiger Sporttreff initiiert.Mittlerweilen hat sich ein großer Kreis an Freiwilligen gebildet, der die neuen BewohnerInnen im Alltag unterstützt und sie auch privat begleitet. Um all diese wundervollen Engagements zu würdigen und gezielt Mitteilungen und Einladungen an die alten und neuen Steyreggerinnen und Steyregger zu adressieren, wurde eine Facebook-Seite eingerichtet, auf der man Fotos der Veranstaltungen und nützliche Infos finden kann.
Kontakt: Initiative Servus Steyregg: servussteyregg@gmail.com oder mit einer Nachricht auf der Facebook-Seite: www.facebook.com/ServusSteyregg
Einmal im Jahr werden die AsylwerberInnen der EAST West zum Fußballspielen und gemeinsamen Feiern eingeladen – 2015 bereits zum fünften Mal organisiert von einer Gruppe Ehrenamtlicher um das Antiform-Kollektiv.
Das Projekt „Obstklaubm – nix vawiastn“ verbindet soziales Engagement, Integration von Migranten, Landschaftspflege und einen respektvollen Umgang mit Lebensmitteln. Rund 1.000 Euro „Ertrag“, 100 Liter Apfelsaft für den Eigenbedarf der Flüchtlinge in Leppersdorf, große Beachtung seitens der Öffentlichkeit und eine Menge Spaß: Die Resultate von 2014 überzeugten alle, auch in den Folgejahren im Kleinen wieder für eine bessere Welt zu sorgen. Dafür werden auch wieder UnterstützerInnen gesucht.

Das Sozialprojekt „Obstklaubm – nix vawiastn“ des Naturpark Obst-Hügel-Land, das von einigen Weltverbesserern ins Leben gerufen wurde, hat sich zum Ziel gesetzt, Streuobst, das auf den Wiesen liegen bleibt und die Zeit von Menschen im Asylwerberheim, die nicht arbeiten dürfen, zusammen zu bringen. Die MigrantInnen sorgen dafür, dass die kostbaren Lebensmittel nicht auf der Erde verfaulen sondern sinnvoll verwertet werden. So werden die Streuobstwiesen genutzt und alle verbindet das gute Gefühl nichts zu „verwiastn“. Die Flüchtlinge erbringen auf diese Weise eine wertvolle gemeinnützige Arbeit.
Kontakt: im Naturpark-Büro unter 07249/47112-25 oder per E-Mail info@obsthuegelland.at

Die bereits bewährten Deutschkurse und das Sprechcafé wurden jüngst um eine neue Begegnungsmöglichkeit erweitert: Ein Nähcafé für Frauen.
Anlässlich des Weltfrauentages die Kraft und Würde der Frauen zu feiern, ist in Timelkam bereits 10 Mal bei einem großen Frauenfest von Frauen für Frauen aus aller Welt beeindruckend gelungen.
2017 feierten 350 Frauen und Kinder aus verschiedenen Kulturkreisen, nach einer Begrüßung in verschiedenen Sprachen, gemeinsam im Kulturzentrum Timelkam. Ein köstliches Buffet aus aller Welt, Musikbeiträge und Tänze aus verschiedenen Ländern, ließen die Frauen für ein paar Stunden ihren Alltag vergessen und die positive Energien spüren, wenn sie gemeinsam die Buntheit des Lebens und der Kulturen feiern.
„Es ist unser Anliegen, Frauen in ihrem Selbstbewusstsein stärken, für ihre Rechte einzutreten und sich mit ihren Fähigkeiten zeigen zu dürfen“, sagen Angelika Sollak vom Projekt Menschlichkeit, Astrid Rametsteiner und Alice Nnadi von der Kommunalen Integration/Volkshilfe Vöcklabruck und Heidi Hurch-Idl vom Treffpunkt Mensch & Arbeit.
Informationen zum Frauenfest gibt’s bei Astrid Rametsteiner astrid.rametsteiner@volkshilfe-ooe.at, Heidi Hurch-Idl heidi.hurch-idl@dioezese-linz.at oder Angelika Sollak angelika.sollak@dioezese-linz.at
Jeden Sonntag von 16 – 18 Uhr treffen sich die UngenacherInnen mit den AsylwerberInnen im Pfarrheim zum gemeinsamen Kaffeetrinken und Kuchenessen. „Wir nützen die Zeit für nette Gespräche, lustige Brettspiele, und erfahren von den Flüchtlingen wie und wo wir ihnen behilflich sein können. Viele UngenacherInnen nützen jeden Sonntag das Angebot und kommen ins Pfarrheim. Eine echt gelungene Sache, unser Café“, freut sich die Pfarradministratorin.Die Vernetzung unterstützt besonders die Pfarre aktiv – so wird z. B. in der Kirche verlautbart, was gerade gebraucht wird …
Es gibt bereits 6 ehrenamtliche Deutsch-Initiativen – z. B. in der NMS, oder an der Pestalozzischule, deren LehrerInnen ehrenamtlich mit AsylwerberInnen und ihre Kinder aus dem Privatverzug lernen. Erwähnenswert ist auch die Betreiberin eines privaten Sprachinstituts, die PatInnen für die AsylwerberInnen koordiniert. Erwähnenswert ist die Einbindung ins Vereinsleben: Die ASKÖ-Sektion „Integration“ spielt 2 x pro Woche mit den AsylwerberInnen Fußball, initiiert vom bosnisch-österreichischen Kulturverein.

Jetzt Ihre Projektidee vorstellen!

Gerne können Sie Ihr Vorzeige-Projekt zur Veröffentlichung auf zusammenhelfen.ooe.gv.at einreichen, damit es für viele weitere als Ideengeber dienen kann. Einreichungen bitte nach dem Muster oben – Ort, Titel, kurze Beschreibung, Kontaktperson und Kontaktdaten, per Mail an lr.anschober@ooe.gv.at

Wir freuen uns auf Ihre Einreichungen!