Die beste Kriminalprävention ist die Integration

Presseaussendung von Integrations-Landesrat Rudi Anschober, vom 3. Mai 2019

Streichung vieler Integrationsmaßnahmen für Asylwerber/innen schafft Unsicherheit, neue OÖ-Schwerpunktprojekte auf gutem Weg

Vor drei Monaten wurde in Oberösterreich als erstem und einzigem Bundesland die „Steuerungsgruppe für ein gewaltfreies Zusammenleben“ geschaffen. Unter dem Vorsitz von Integrationslandesrat Anschober wird seither regelmäßig an Präventionsprojekten im Migrationsbereich mit dem Schwerpunkt der Grundversorgung gearbeitet. Im Team – Exekutive, Land Oberösterreich, Staatsanwaltschaft, Gewaltschutzzentrum, Neustart, Rechts- und Kriminalwissenschaften, Caritas, Volkshilfe, SOS Menschenrechte, Rotes Kreuz – wird in enger Abstimmung an Auffälligkeit im Kriminalitätsbereich, an konkreten Konfliktlagen und ihrer Auflösung gearbeitet.

Anschober: „Diese Initiative ist eine absolute Innovation und wird Oberösterreich schrittweise Verbesserungen bringen. Vor allem werden aus der Gruppe heraus auch Maßnahmenschwerpunkte bei Männern mit einem falschen Ehrbegriff und bei Männern mit Gewaltpotenzial erarbeitet.“

Darüber hinaus hat das Integrationsressort mit vielen Fachexpert/innen aus Oberösterreich drei weitere Schwerpunkte erarbeitet, die bereits in Umsetzung sind:

  • ein Gewaltpräventionsprojekt in allen Quartieren der Grundversorgung
  • ein Integrationsschwerpunkt für die Gruppe der Tschetschen/innen, bei dem Integrationsversäumnisse des letzten Jahrzehntes aufgeholt werden sollen
  • ein Integrationsschwerpunkt bei der Gruppe der Menschen aus Afghanistan, bei dem vor allem Frauen gestärkt werden und die Integration dieser aktuell größten Gruppe in der Grundversorgung verstärkt werden soll

Kritik übt Anschober abschließend an der Streichung vieler Integrationsmaßnahmen für Asylwerber/innen durch die Bundesregierung: „Obwohl die Asylverfahren in Österreich inkl. der 2. Instanz mit mehr als drei Jahren so lange wie sonst nirgendwo in Europa dauern, hat die Bundesregierung die wichtigsten Integrationsprojekte für diese große Gruppe gestrichen. Das schafft Probleme und Konflikte. Wir versuchen das in enger Zusammenarbeit von NGOs, Zivilgesellschaft, Gemeinden und Integrationsressort möglichst auszugleichen. Dabei gelingt vieles, entscheidende Bereiche können jedoch nicht ausgeglichen werden – etwa die vielen gestrichenen Beschäftigungsmöglichkeiten. Und Menschen, denen vielfach die Perspektive genommen wurde und die jahrelang keinerlei Beschäftigung nachgehen dürfen, sind stärker gefährdet, Fehler zu begehen.“