Lehrlinge: Massive Kritik an Wirtscahftsministerin und Appell zur Versachlichung

Presseaussendung von Integrations-Landesrat Rudi Anschober, vom 9. Mai 2019

„Entweder die Wirtschaftsministerin kennt die Zahlen in Oberösterreich nicht oder sie täuscht die Öffentlichkeit. Wir brauchen kein Auseinanderdividieren unterschiedlicher Gruppen von Jugendlichen, sondern das Nützen aller Möglichkeiten für Integration, für das Vermitteln auf Lehrstellen und für die Bekämpfung des Fachkräftemangels, der das zentrale Standortproblem Oberösterreichs ist und der Wirtschaft und dem ganzen Bundesland immer stärker schadet“, kritisiert Anschober die heutigen Aussagen Schramböcks in den OÖN.

„Ich begrüße die Jobbörse sehr, aber es können und dürfen nicht Asylwerber/innen gegen Asylberechtige ausgespielt werden. Wir müssen die Potenziale beider Gruppen nützen und ihnen Chancen geben – so wie dies etwa in Bayern oder Baden-Württemberg ganz selbstverständlich im Interesse der Wirtschaft und der Integration geschieht und gelingt. Dazu braucht es als ersten Schritt eine Versachlichung“, fordert Anschober.

Konkret gibt es derzeit in Oberösterreich 1.412 (!) offene Lehrstellen und lediglich 81 lehrstellensuchende Asylberechtigte. Aktuell sind 1.283 Asylberechtigte als arbeitslos gemeldet. Und es haben seit 1. Jänner 2017 bereits 6.553 Asylberechtigte in OÖ eine Arbeit aufgenommen.

Anschober: „Das sind die Tatsachen. Das zeigt, dass die Darstellung der Bundesregierung zumindest in Oberösterreich völlig an den Tatsachen vorbei geht. Die Wirtschaft, das AMS, die NGOs und die Zivilgesellschaft machen einen hervorragenden Job bei der Arbeitsmarktintegration von Asylberechtigten. Dies wird aber unter anderem dadurch erschwert, dass die Bundesregierung viele Integrationsmaßnahmen für Asylwerber/innen gestrichen hat und durch das Faktum einer aufgrund der skandalös langen Verfahrensdauer erzwungenen 3-4 jährigen weitgehenden Untätigkeit, die dazu führt, dass sie vielfach einen Teil ihrer Jobqualifikationen verlieren – etwa die Tagesstruktur und mitgebrachte Fachqualifikationen. Das wäre der Job der Wirtschaftsministerin – dafür zu sorgen, dass Jobintegration ähnlich gut funktioniert wie in Bayern oder Baden-Württemberg. Davon profitieren die Wirtschaft und die Integration. Die aktuelle Ideologie der Bundesregierung behindert und verhindert dies.“